Sonntag, 23. September 2012

Eklié Anti-Schuppen-Shampoo - ebenso Basisrezept für andere Haartypen

Dieses Shampoo-Rezept ist nach längerem Testen bei mir letztlich durchgefallen, aber Schatzi hat es vom ersten Tag an sehr gut vertragen. Wir neigen beide zu schnell nachfettendem Haar samt leichten Schuppen. Was dein Haar dazu meint, weiß ich natürlich nicht.
Vorab ein wenig zur Theorie: Wegen der Kräutertinktur, durch die Wirkstoffe der Kräuter nicht so schnell wie bei einem Kräutersud/ Tee verfliegen, braucht ihr mindestens eine Woche Vorlaufzeit. Allerdings ist die eigentliche Arbeit gering! Also nicht abschrecken lassen. :)
Dieses Shampoo kommt ohne Konservierungsstoffe aus. Je sauberer ihr arbeitet, desto länger ist es haltbar. Bei uns ist es noch nie schlecht geworden, aber es sollte nicht wochenlang herumstehen, sonst geht es um! 
Je nach Kräutern und ätherischen Ölen könnt ihr das Shampoo auch für andere Haare als für zu Schuppen neigendes herstellen. Dazu einfach ein gutes Buch zu Kräuterkunde und Aromatherapie oder das Internet befragen! :-)
Eins muss ich vorweg ganz klar sagen: Jedes Haar ist anders, jede Seife auch!
Der Bezug von Olivenölseife (ohne Palmöl) ist außerhalb des Internets auf dem Lande fast ein Ding der Unmöglichkeit, aber vielleicht habt ihr ja eine ebenso hilfsbereite Bioladenverkäuferin wie ich, die sich für euch ins Zeug legt! Fragen kostet schließlich nichts, und viele Herstellerfirmen sind bereit, den Läden etwas ohne zusätzliche Kosten zuzusenden, wenn ein Kunde etwas testen will. Im Zweifelsfall direkt dort anfragen!

Die von mir verwendete Olivenölseife von Aphrodite gibt es ansonsten auch online. Ebenso wäre die Original Alepposeife denkbar. Zudem ist es ja auch möglich, Olivenölseife, selbst zu sieden. Dazu sei euch diese Seite sehr ans Herz gelegt. Bitte beachtet in dem Zusammenhang unbedingt die Sicherheitshinweise - mit Laugeverletzungen ist echt nicht zu spaßen!!
Falls ihr eine andere Olivenölseife als die von mir verwendete nehmt, so möchte ich darauf hinweisen, dass jede Olivenölseife auch einen anderen Rückfettunggsgehalt hat, d.h. die Spanne bewegt sich von sehr pflegend bis hin zu ungeeignet für kosmetische Bedürfnisse. Es ist auch immer ein Ausprobieren notwendig, ergo viel Selbstbewusstsein oder Urlaub, um die Umstellungsphase, falls ihr nicht zu den rühmlichen Ausnahmen zählt, zu "überstehen"*g. Das Haar braucht einfach (häufig) Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass es jetzt ohne schädliche Chemie (wie Silikone) auskommen und sich anders regulieren soll.
Es gibt natürlich auch noch andere Alternativen, die teilweise sehr viel Durchhaltevermögen und Selbstbewusstsein erfordern: Diese werden in dem fantastischen Blog von Pseudoerbse (Blanc et Noir) ausführlich erörtert.
Mein Ansatz ist: so einfach wie möglich, aber gleichzeitig auch nachhaltig, harmonisch und pflegend! Insofern werde ich noch einiges testen und über meine Erfahrungen damit berichten.
Über weitere, möglichst unaufwendige Haarwaschtipps und Erfahrungswerte freue ich mich sehr! :-)
Bevor es ans Rühren geht noch meine Bitte: Lest die Gebrauchsanweisung und die Hinweise (unterhalb der der Rezepte), wenn ihr euch meine "Fehler" ersparen wollt...;-)
Doch nun ans Eingemachte:

zugegebenermaßen nicht das schönste Bild!;-)

1. Zutaten für die Kräutertinktur
20g getrocknete Kräuter (Brennessel- und Weidentee sind gut bei Schuppen - ich habe einfach meinen Maria-Treben-Tee genommen!^^)
100ml mindestens 40%igen Doppelkorn/Schnaps/Primasprit oder Weingeist (Stefanie Faber empfiehlt sogar 70%igen Alkohol aus der Apotheke)
2 saubere (!!), braune Glasflaschen (habe einfach Schatzi zwei Bierflaschen mit Schraubverschluss verordnet!^^)

1. Zubereitung der Kräutertinktur:
Die saubere (!!) Flasche mit den Kräutern bestopfen (ja, füllen ist dann doch was Anderes!^^). Mit dem Korn übergießen. Die Kräuter sollten bedeckt sein. Ich habe sie dann für eine Woche an die Sonne gestellt (Manche schwören auf dunkle Plätze - entscheidet selbst. Ebenso sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass die Angaben zu den "Lagerzeiten" von einer bis zu sechs Woche(n) variieren. Da ich nur 40%igen Korn genommen habe, ungeduldig bin und es funktioniert, war eine Woche für mich ausreichend.*g).  Immer mal wieder schütteln, wenn ihr dran vorbeigeht. Dann durch ein Sieb bzw. ein Küchenrollenpapier abseihen und mit einem Trichter in die zweite dunkle, saubere Glasflasche füllen.

2. Zutaten für das Anti-Schuppen-Shampoo:
Kräutertinktur, wie nach dem Rezept oben zubereitet

25g Olivenölseife
je zehn Tropfen ätherisches Rosmarin-, Teebaum- ( jeweils gut gegen Schuppen) und Zitrönenöl (reinigend, bedingt haltbarmachend und gut, um Kalk- und Seifenreste zu ntfernen)*
1 Teel. Guakernmehl
kochendes Wasser (für die, die mehr Hygiene bevorzugen: destilliertes Wasser - gibt´s z.B. im Reformhaus)
2 kleine Gläser (kleine Einmachgläser eignen sich gut, weil man noch mit der Hand reinkommt)

2. Zubereitung des Shampoos:
Die gesamte Menge der Kräutertinktur mit Wasser bis zu 200ml auffüllen und aufkochen. Seife und Guakernmehl hinzufügen. Alles homogen miteinander pürieren. Durch das Guakernmehl dickt das Shampoo noch etwas nach, wird also gelartig, wie wir es kennen. In ein möglichst keimfreies, vorher mit kochendem Wasser ausgespültes Glas mit Deckel) füllen, verschließen und mit Datum deklarieren. So sollte das Shampoo 1-2 Wochen, an einem kühlen Ort aufbewaht, haltbar sein.

3. Zutaten für eine Rinse/ Spülung (ausgesprochen wichtig bei kalkhaltigem Wasser):
500ml kochendes/ destilliertes Wasser
2 Eßl. Zitronensaft (wenn du selbst gepressten verwendest, bitte Fruchtfasern ausfiltern)
1 Dosierflasche mit Sprühkopf

3. Zubereitung der Rinse/ Spülung:
Wasser und Zitronensaft miteinander mischen und in die Sprühflasche geben.

4. Gebrauchsanweisung und Hinweise:
1. Eine walnussgroße Menge (oder je nach Haarlänge mehr) direkt auf das nasse Haar geben. Kurz (!) kräftig einmassieren. 
2. Gründlichst (!) ausspülen (Je länger das Shampoo im Haar bleibt, desto mehr Fett bleibt letztendlich drin, was im Fall von fettigem Haar ja nicht erwünscht ist.)
3. Um die Rückstände von Shampooseife (besonders wichtig bei stark kalkhaltigem) Wasser gering zu halten, Seifenreste auszuspülen und den PH-Wert des Haares zu neutralisieren die Haare danach mit der sauren Rinse spülen: Etwas davon nach dem Haarwaschen ins Haar sprühen, kurz durchkneten, einwirken lassen und ausspülen. Diese saure Spülung kann nach jeder Haarwäsche angewandt werden.
4. Haare immer gründlich auskämmen.
5. Ganz wichtig: Wie bereits erwähnt: Jeder Kopf ist anders. Ich garantiere für nichts - Alternative Haarwäsche ist etwas, was Zeit und Experimentierlust voraussetzt. Im Zweifelsfall warte deinen Urlaub ab, wenn du nicht damit leben könntest, sollte dein Haar erst mal "not amused" sein.;-) Und nicht unterkriegen lassen: Wenn dieses Rezept nicht deins ist, findest du vielleicht bei Peudoerbse
eine Alternative und wagst einen neuen Anlauf! :)
6. Hübsche Mützen für den Notfall bereitlegen oder selber stricken!;-)
7. Achtung - Allergien bitte unbedingt vorab mit einem Selbsttest am Arm ausschließen oder Alternative verwenden

Quellen:
Stefanie Faber: Kräuterkosmetik. 200 Kosmetikrezepte mit Heilkräutern - hausgemacht

Kommentare:

  1. Das klingt sehr interessant, auch wenn ich die Umstellzeit von bis zu zwei Wochen wirklich abschreckend finde :(

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    1. Das kann ich verstehen! ;-) Aber ich bin halt dickköpfig, auch wenn ich an zwei Tagen am liebsten daheim geblieben wäre...;-) Man weiß halt vorher nicht, wie das eigene Haar reagiert. Ich bin jedenfall froh, es überstanden zu haben!:-D

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