Donnerstag, 25. Oktober 2012

MoFo: #19 Lesotho: "Mealie Pap"-Polenta mit Tomaten

Bild: Vegan MoFo
Was für Freud die Frauen sind, ist für mich Afrika: ein dunkler Planet. Schon als Kind wollte ich immer reisen, fremde Kulturen kennen lernen, während meine Eltern des Tourismus überdrüssig waren, da sie von ihm lebten, und immer wieder in den selben Ort im Allgäu fuhren: beschaulich: ja, aber ich träumte von Thailand, Indien, aber so gar nicht von Afrika. 
Ich weiß nicht, woher das kommt, aber vielleicht kennt ihr das auch, dass ihr gegen manche Gegenden zwar keine rassistischen Vorurteile habt, aber so was wie diffuse Ängste, die sich nicht erklären lassen. So geht es mir pauschal mit Afrika, auch wenn ich das nicht will, aber vermutlich bin ich in einem vergangenen Leben verschleppt worden oder Schlimmeres, denn es gibt keinen rationalen Grund für meine Ängste.;-) Naja, ich bin nicht glücklich drüber und hoffe, ich kann etwas davon noch abbauen, zumal Afrika ein unsagbar "reicher" Planet ist, wenn man die Kultur und die Lebensfreude bedenkt, die Farben, die Traditionen und Künste. Dennoch bin ich lange um ihn rumgeschlichen, bevor ich mich an einen kulinarischen Beitrag hierzu gemacht habe. Eigentlich war selbst dieser nicht geplant, sondern ein Notbehelf, weil ich gestern wenig Zeit hatte.;-) 
Und so bin ich gestern kurzer Hand nach Losetho gejettet, einer der ärmsten Regionen Südafrikas und der Welt Erde selbst, wo Essen als etwas sehr Kostbares gilt, das zum Teil nur einmal am Tag auf den Tisch kommt, weil finanziell nicht mehr drin ist. "Mealie Pap", d.h. weißer, steifer Maisgrießbrei, gilt wie in vielen Ländern Afrikas auch hier als ein Grundnahrungsmittel, zu dem häufig ein Eintopf aus Gemüse und/ oder eine scharfe Sauce aus Tomaten, Zwiebeln und Chillies gereicht wird. Fleisch gibt es zu besonderen Anlässen. Obwohl so arm, gilt die Küche Lesothos als eine der abwechslungsreichsten überhaupt, in der Einflüsse aus Europa, Asien (insbesondere Indien und Malaysia) und Afrika geschmacklich zutage treten.
Bei meiner Recherche bin ich hier auf ein Rezept gestoßen, das mich angesprochen hat und zu einem Sportprogramm im Anschluss passte. Ich habe es veganisiert und etwas variiert.

Ich hätte euch gerne auf Sosetho einen guten Appetit gewünscht, aber ich habe leider keine Übersetzung gefunden. Englisch ist aber ebenso Amtssprache. Insofern: Enjoy your meal!;-)

Bild: Ralph Conway

Zutaten für 4 "Pizzastücke":
1. für den Grieß
150g Maisgrieß
500-550ml Wasser
1 Eßl. Gemüsebrühe
etwa 1 Eßl. Olivenöl

2. für das Topping:
2 Eßl. Olivenöl
2 Knoblauchzehen
1 Piri-Piri oder ½ Chilischote
Gute-Laune-Gewürz
Pfeffer, Salz
2 Tomaten (sie sollten mengenmäßig, in Scheiben geschnitten, nebeneinander auf die Polenta passen)

3. für den Hefeschmelz (es geht natürlich auch jedes andere Hefeschmelz-Rezept):
ein guter Eßl. Olivenöl
2 Teel. Mehl
2/3 Teel. Senf
½ Teel. Salz
etwas Kurkuma
3 Eßl. Würzhefeflocken (Kaufland/ Rewe/ Bioladen)
100 ml Wasser

Zubereitung:
1. Dür den Brei das Wasser mit der Gemüsebrühe aufkochen. Den Grieß langsam einrieseln lassen. Platte runterdrehen bis mittlere Hitze. Immer wieder umrühren. Gegebenenfalls müsst ihr noch etwas Wasser nachgießen, aber der Brei soll nicht dünn werden! So etwa 8-10 Minuten köcheln lassen. Dann von der Platte runterziehen und noch etwa 5 Minuten ausquellen lassen.
2. Derweil für den Hefeschmelz die trockenen Zutaten mischen und in das erhitze Olivenöl geben. Dann den Senf und das Wasser reinrühren und kurz aufkochen. Dann vom Herd nehmen.
3. Die Tomaten in Scheiben schneiden.
4. Den Brei auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen. Ich habe daszu einen Teigschaber genommen. Der Gries sollte etwa 1cm dick sei.
5. Die Piri-Piri/ Chilischote und den Knoblauch sehr fein zerkleinern und mit dem Öl, sowie dem Gute-Laune-Würz, Salz und Pfeffer verrühren. Das Öl mit einem Pinsel auf der Polenta verstreichen.
6. Nun die Tomatenscheiben nebeneinander auf die Polenta legen. Miut Gute-Laune-Gewürz bestreuen und pfeffern. Dann den Hefeschmelz darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 25 Minuten goldbraun backen.

Dazu wird klassisch grüner Salat serviert, sowie Bier.
Ich werde mich sicher in Zukunft animieren, häufiger afrikanische Gerichte zu kochen. Vielleicht habt ihr ja auch ein paar Anregungen?

Liebste Grüße, 

Momo

Quellen:

Kommentare:

  1. Danke für das interessante Rezept! Ich liiiebe Afrika und war auch schon mehrmals da. Aber ich kann dich verstehen - mir geht es so mit Südamerika. ;-)

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    1. Danke dir - bin ich doch nicht allein damit! War schon unsicher, wie und ob ich das überhaupt schreiben soll...

      LG, Momo

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