Freitag, 26. Oktober 2012

MoFo: #20 Tibet: Momos

Bild: Vegan MoFo
Post Nr. 20 - wow! Somit habe ich rein formal mein "soll" erfüllt, und deswegen ziehe ich heute einen Joker, denn auch wenn der Buchstabe T mit den Mercimek Köfte bereits vergeben ist, gibt es noch genügend Buchstaben im Alphabet, zu denen es kein Land gibt. Oder kennt ihr etwa eins mit dem Anfangsbuchstaben „Q“? :-D Wie die liebe Cara von Living-lohas mir in den Kommentaren verriet, gibt es tatsächlich ein arabisches Land namens Katar, das in der in der arabischen Umschrift "Qatar" geschrieben wird. So muss dieser Post Y abdecken! Oder gibt´s da etwa auch was? :-D
Noch bevor ich auf Momos stieß, habe ich Baozis kennen gelernt, einer chinesischen Variante, bestehend aus Hefeteig, bei der die Teigtäschchen ebenso gedämpft werden. Durch die Hefe waren die Dampfbrötchen jedoch sehr mächtig, sogar etwas trocken für meinen Geschmack. Umso begeisteter war ich, als ich durch einen Beitrag in der Tellerchengruppe auf den Hinweis stieß, dass es auch Momos aus Nudelteig ohne Hefe gäbe - passend zu meinem Nickname! :-) Die musste ich natürlich ausprobieren!
Momos wurden von Han China eingeführt. Dahinter verbirgt sich eine traditionelle Delikatesse, die in Tibet , Nepal, Bhutan, Sikkim und Ladakhverzehrt wird. Zudem zählen Momos zu den beliebtesten Fast foods in der Gegend.
Momos können gedämpft, gebraten oder fritiert werden, aber gedämpft sind sie am saftigsten. Die Tibeter tauchen die Momos in eine feurige Chilipaste namens Sepen, die aus getrockneten Chilies, Knoblauch und Koriander besteht. Die Teigtäschchen können der Auftakt zu einem Essen oder auch die Hauptmahlzeit selbst sein.
Seit 1959, als der Dalai Lama nach einem katastrophalen Aufstand gegen die chinesische Regierung nach Indien floh, leben viele Tibeter im Exil bzw. werden dort geboren. Viele junge, tibetische Amerikaner haben ihr Land nie kennen gelernt. Momos galten in Zeiten der Knappheit nach der Flucht als Leckerei für besondere Anlässe wie Losar, dem tibetischen Neujahrsfest, was ein wenig paradox wirkt: Obwohl die meisten Tibeter Buddhisten sind und Fleisch vermeiden, sind sie auch große Fleischliebhaber: Sha momos mit Rindfleisch sind so etwas wie das inoffizielle Nationalgericht.
Momos schmecken im Exil fast so wie daheim, so ein tibetischer Restaurantmitarbeiter in San Francisco. Aber auch wenn man die gleichen Gerichte isst – sie gemeinsam mit den Verwandten zuzubereiten ist etwas, das viele Flüchtlinge vermissen...


Zutaten für 28 Momos/ 6 Personen:
Teig:
500g 550er Mehl
260-300ml Wasser
1 Teel. Salz

Füllung:
100g Tofu
250g Jaromakohl (oder eine andere Kohlsorte)
1 Handvoll (TK-)Erbsen
1 kleine Möhre
2 Eßl. Sesamöl
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 Zitronengrasstengel
2cm Ingwer
3 Eßl. Sojasauce
2 Eßl. Reisessig
½ Teel. Yokos Tofu-Gewürz von Sonnentor  (Bestandteile: Koriander, Kurkuma, Lemongras, Mutterkümmel, Senfkörner gelb, Ingwer, Paprika edelsüß, Salbei, Bockshornklee, Knoblauch, Fenchel, Rosmarin, Thymian)
½ Teel. Kurkuma
etwas Koriander
etwas Jamie-Oliver-Gewürz (Bestandteile: Chili (47%), Szechuan-Pfefferkörner (22%), Meersalz (20%), Ingwer (11%))
1 Schuß Agavendicksirup

Dip:
eine Hälfte Sojasauce
eine Hälfte Reisessig
Knoblauch
Chilipulver
gegebenenfalls Frühlingszwiebeln in Ringen

Zubereitung:
1. Den Tofu sehr klein schneiden und mit den fein geschnittenen Schalotten, dem ausgepressten Knoblauch, sowie dem zerkleinerten Zitronengras und den übrigen Gewürzen vermengen. Sojasauce und Reisessig dazugeben und verrühren. Den Tofu darin für mindestens eine halbe Stunde marinieren, gerne länger, wenn Zeit ist.
2. Das Mehl, Salz und erst mal 260ml Wasser in eine Schüssel geben und kneten. Sollte der Teig zu trocken sein, wenig Wasser hinzufügen. Solange kneten, bis ein kompakter Teig entstanden ist. Das kann schon mal ein paar Minuten in Anspruch nehmen. Diesen dann abdecken und für 30 Minuten ruhen lassen. Dann erneut kräftig durchkneten.
3. Während der Teig ruht, den Kohl und die Möhren in feine Streifen schneiden undmit den Erbsen im Sesamöl anbraten. Ebenso den Tofu in Sesamöl in einer seperaten Pfanne knusprig anbraten und dann zu der Gemüsemischung geben. Abschmecken.
4. Den Teig dünn ausrollen und mit einem großen Saftglas etwa 5cm große Kreise ausstechen. Diese dann wiederum nochmals dünner ausrollen (2-3mm dick), dabei aber die Mitte dicker lassen. Das macht man, damit die Füllung nicht durchweicht. Auf jeden Teigkreis etwa 2 Teel. der Füllung geben. Den Teigkreis zusammenklappen (auf den Bildern unten seht ihr, wie genau). Die Ränder fest zusammendrücken, damit die Momos beim Garen nicht platzen.
5. Nun werden die Teigtäschchen im Dampfgarer 10-13 Minuten gedämpft. Wer keinen Dampfgarer daheim hat, kann auch einen Gareinsatz für einen normalen Topf oder eine normale Pfanne verwenden, die mit wenig Wasser befüllt wird. In beiden Fällen (Pfanne wie auch Topf) die Momos mit etwas Öl bestreichen, damit sie nicht festkleben.
Diese dann im Gareinsatz 10 bis 15 Minuten über kochendem Wasser bzw. ca. 15-20 Minuten in der Pfanne garen.
Serviert werden die Momos mit einer kräftigen Brühe, einer asiatisch gewürzten Tomatensuppe, Sepen oder einem Dip, den jeder nach Geschmack aus aus den o.a. Dip-Zutaten zusammenstellen kann.


Bildanleitung zum Formen der Momos:




2 Teel. der Füllung mittig auf den Momos platzieren








zwei gegenüber liegende Seiten hochklappen und oben zusammendrücken








eine offene Seite ebenfalls hochklappen zu der bereits zusammengedrückten Stelle







mit der anderen offenen Seite ebenso verfahren








dann alle abstehenden Ecken ebenfalls hochziehen und...









...oben alles fest zusammendrücken, so dass die Füllung nicht mehr herausdringt und geschlossene "Beutel" entstehen






Bei Unklarheiten einfach fragen. Euch ein wunderschönes Wochenende,

eure Momo


Quellen:

Bildmaterial:

Kommentare:

  1. Katar wird in der arabischen Umschrift eigentlich Qatar geschrieben ;) (zählt, oder?)

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    1. Haha - darauf kam weder Google noch ich. Wusste noch niecht mal, dass es dieses Land gibt! Naja, meine Geografiekenntnisse sind eh unter aller Kanone! :-D Dann muss das für Y durchgehen!
      LG und danke, Momo

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  2. I have enjoyed eating Momos at Nepalese restaurants before, your ones look really delicious. A perfect dish to match your nickname.

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  3. <3 das schaut toll aus! Vielleicht muss ich mich da auch mal dran wagen!

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    1. Unbedingt - ist gar nicht schwer! Und schön variabel!
      LG, Momo

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  4. ...sieht toll aus..

    ...außerdem, sehr schöne bildliche Darstellung der notwenigen Arbeitschritte...

    ♥liche vegane grüße aus Österreich, miss viwi

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  5. Hallo,sieht lecker aus das muss ich auch einmal ausprobieren.Ich geh morgen schnell zu meiner Schwiegermutter und leihe mir ihren Dampfgarer mal aus.

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    1. Danke dir! Ich hoffe, sie schmecken! ;)

      LG und guten Appetit,
      Momo

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