Sonntag, 25. November 2012

Schupfnudeln mit Nicht-Rahm-Wirsing

Schupfnudeln standen schon Ewigkeiten auf meiner Kochliste, aber für mich sind sie einfach ein typisches Herbst- und Winteressen. Ich habe sie früher immer gerne mit Lauchgemüse gegessen, aber seit wir eine Gemüsetüte haben, "müssen" wir mit dem vorlieb nehmen, was der Biohof Bursch uns einpackt. Und das war vergangene Woche u.a. Wirsing, den ich seitdem umtänzelt habe, obwohl mittlerweile bereits eine neue Gemüsetüte eingetrudelt war...
"Schreckliche" Kindheitserinnerungen drängten sich mir auf: Bilder und Gaumenqualen, hervorgerufen durch völlig verkochten Wirsing. Mittlerweile weiß ich, dass ich mit meinem Leid nicht allein war, aber als Kind hatte ich das Gefühl, völlig verlassen zu sein, abgesehen eben vom doofen Wirsing auf meinem Teller! :-D
Aber es half ja nichts. Der Wirsing musste weg, denn Wegschmeißen kam nicht in Frage! Todesmutig machte ich mich dann gestern doch ans Werk. Nachdem Spinat und ich dank der Gemüsetüte vor Wochen nun doch ein Happy End gefeiert hatten, wollte ich auch dem unliebsamen Schreckgespenst Wirsing eine Chance geben.
Und hey: Überraschung: Scharf angebraten und knackig schmeckt er mir super-gut.
Und nun mein Aufruf an die Mamas und Papas, die unter der Gemüsephobie ihrer Kinder leiden: Erzählt ihnen niemals, sie seien schlechte Esser (selbst wenn es die Wahrheit sein sollte*g). Manchmal braucht es tatsächlich etwas Zeit, in anderen Fällen vielleicht auch einfach die richtige Zubereitungsweise, leckere Gewürze und v.a. Eltern, die selbst gerne Gemüse essen! :-D Und jetzt höre ich mal auf, "kluge" Elternratschläge zu geben und warte, bis ich mitreden kann bzw. selbst eine Mummy bin! ;) 
Außerdem waren wir beim Kochen! Zu den Schupfnudeln: Mein Großvater, Bäcker von Beruf, hat mich seinerzeit wirklich zur Verzweiflung gebracht mit seiner unkonkreten Mehlangabe, als ich ihn mal nach einem Rezept gefragt habe. Da kam noch nicht mal eine Annährerung an eine Zahl, sondern die Aussage: "Nimm soviel Mehl, wie es braucht!" Toll - ich wollte es doch ganz genau wissen!;) Tja, bei Rezepten wie diesen hier muss ich immer an dieses Gespräch denken und schmunzeln, denn Mehl und Kartoffeln sind tatsächlich lebendige Wesen, auch wenn mein Opi das damals nicht so ausgedrückt hat. Und aus diesem Grunde mache ich auch keine definitive Angabe, sondern sage nur soviel: "Nimm soviel Mehl, wie es braucht!" :-D


Zuten für 3 -4 Personen:
für ca. 40 Schupfnudeln:
700g Kartoffeln (gewicht inkl. der Schale)
30g Kartoffelmehl
roundabout 150g-250g Mehl (bei mir war es Weizenvollkornmehl)
Muskat
1/2 Teel. Salz
Pfeffer

für den Nicht-Rahm-Wirsing:
1 Wirsing à 600g (Gewicht bezieht sich auf den ganzen Wirsing mit Strunk und allem)
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
2 Eßl. Zitronensaft
1/2 -3/4 Eßl. Instant-Gemüsebrühe (vegan)
1/2 Teel. Rauchsalz
Olivenöl zum Anbraten
1/2 Packung Räuchertofu
1 Eßl. Agavendicksirup
100ml Pflanzensahne
Salz 
Pfeffer

Zubereitung:

1. Für die Schupfnudeln Pellkartoffeln kochen.
2. Währenddessen den Wirsing putzen, vierteln, jeweils den Strunk entfernen und jedes Viertel nochmals teilen. Schmale Streifen abschneiden und in zwei Portionen in einer Pfanne scharf anbraten. Mit Gemüsebrühe würzen (lieber erst weniger und später noch nachwürzen!). Alle weiteren Zutaten (abgesehen von Rauchsalz, Tofu, Zwiebel und Knoblauch) dazugeben. Auf niedriger Flamme durchziehen lassen. Je nach Gusto lasst ihr den Wirsing kürzer (5 Minuten) oder länger (bis zu 15 Minuten) durchziehen.
3. In einer seperaten Pfanne kleine Räuchertofuwürfel mit fein gehackter Zwiebel und ebensolchem Knoblauch anbraten. Mit Rauchsalz würzen und kurz vor dem Servieren zu dem Wirsing geben.
4. Die Kartoffeln kurz abschrecken, pellen und mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen bzw. durch die Kartoffelpresse geben. Kommt nicht wie ich auf die Idee, letztere zu verschenken - mit einer Gabel ist das eine Heidenarbeit!!!
5. Kartoffelmehl, Salz, Pfeffer und Muskat zu der Kartoffelmasse hinzufügen und vorerst 150g Mehl einarbeiten. Falls nötig eßl.-weise Mehl nach und nach hinzufügen, bis sich der Teig gut kneten lässt und nicht mehr klebt.
6. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen.
7. "Wurstfinger"-große Schupfnudeln mit bemehlten Fingern formen. 
8. Diese in 2-3 Durchgängen in dem simmernden Wasser ziehen lassen. Wenn sie hochsteigen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und kurz abtropfen lassen. Dann in reichlich Olivenöl gold-braun anbraten und mit dem erwärmten, nochmals abgeschmeckten Wirsing servieren.








 
Euch einen guten Appetit und alles Liebe,

Momo

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