Sonntag, 10. März 2013

Produkttest: Sedona Dörrgerät - Teil 1: Vorüberlegungen und Darlegung der technischen Gegebenheiten (inkl. Vergleich mit dem Excalibur)

Unser Rohkostexperiment in den letzten Wochen hat uns eins immer deutlicher gezeigt: Ein Dörrgerät "musste" her! Ursprünglich hatte ich mich eigentlich in den Excalibur verliebt! Überall ist er präsent und wird gelobt und promoted. 
Je mehr wir dann aber gelesen haben, desto geneigter wurden wir dem Testsieger 2012: Nach ausführlicher Recherche waren sowohl Schatzi als auch ich überzeugt, dass wir das Sedona Dörrgerät von Keimling testen wollten. Schließlich ging es bei so einem Dörrgerät um eine Menge Geld! Und was wussten wir denn schon, ob das Gerät wirklich "unsers" war, wie gut wir damit zurecht kamen und ob es im Alltag bestand? 
Insofern war die Möglichkeit des Produkttests, die Keimling mir eingeräumt hat, wirklich super. Dankeschön dafür! :) Wer sich nun fragt, ob Frau Momo käuflich ist, den kann ich mit Verweis auf diesen Beitrag beruhigen! ;)
In diesem Beitrag möchte ich euch vorerst unsere Vorüberlegungen und die technischen High-Lights - im Vergleich - darlegen, die dazu führten, dass wir uns letztlich gegen den Excalibur entschieden und für den Sedona. Hierbei stützen wir uns auf die Daten und Erfahrungswerte, die wir im Netz gefunden haben. Für die Richtigkeit können wir natürlich nicht bürgen. 
Über den Excalibur können wir nur in der Theorie berichten, und es gibt viele Leute, die ihn dennoch klasse finden und gut damit zurecht kommen. Lange Zeit gab es auch schlichtweg kein vergleichbares Gerät in Deutschland, so dass der Excalibur unangefochten in der Dörrlandschaft stand. ;)





Nun aber zu den hard facts:
Das Sedona-Gerät besitzt die Maße von 43cm Breite x 51cm Tiefe x 37cm Höhe. Es wiegt 10,6kg und bringt eine Leistung von 230 Volt, 550 Watt und ist GS zertifiert. Zum Vergleich: Der Excalibur weist eine Leistung von 240 Volt und 600 Watt auf.
Im Lieferumfang enthalten sind 9 Trockeneinschübe mit Einlegegittern aus BPA-freiem Kunststoff und eine Trennplatte (für den Fall, dass man weniger trocknen will, sorgt die Trennplatte dafür, dass nur das Dörrgut belüftet wird.) Die antihaftbeschichteten Dörrfolien müssen seperat geordert werden und sind für klebrigere Angelegenheiten (z.B. Cracker) notwendig.
Der Sedona hat mit 9.423 cm²  im Vergleich zum großen Excalibur mit 11.664 cm² eine um 19 % kleinere Gesamt-Trockenfläche. Dies ist wichtig zu bedenken, wenn ihr Rezepte lest. Gegebenenfalls müsst ihr die Rezeptmenge runterrechnen oder einfach einen Einschub mehr verwenden.
Beide Geräte trocknen in Rohkosqualität und mittels eines horizontalen Luftstroms. Dies hat den Vorteil, dass alle Gitter sehr gleichmässig die selbe Menge Luft und Wärme abbekommen. Man muss also nicht ständig die Bleche auswechseln und kann auch klebrige, dicke Dörrgüter gut trocknen. 
Was uns im Vergleich zum Excalibur bei dem Sedona anspricht, ist die digitale Schaltleiste: Mittels dieser kann denkbar einfach (s. Video unten) die exakte Zeit (eine zusätzlich zu bezahlende Zeitschaltuhr ist anders wie beim Excalibur nicht notwendig) und die Temperatur eingestellt werden. Das Gerät stellt sich selbständig nach 150 Stunden Betriebszeit aus. Einstellbar sind 99 Stunden. Weiter kann mittels der Traytaste bestimmt werden, ob man nur einen der voneinander unabhängigen Dörrbereiche nutzen möchte. Wenn es grundsätzlich darum geht, Energie zu sparen, so zeigen die Erfahrungswerte anderer Nutzer, dass man beim Dörren mit dem Sedona mehr Zeit benötigt, ergo mehr Energie. Nur ist das in meinen Augen eine sinnvolle Zeit- und Energieinvestition, wenn man Rohkostqualität erhalten möchte (unterhalb des Videos mehr zu diesem Punkt, Temperaturschwankungen und Rohkostqualität).
Weiterhin findet sich eine Taste, um vom Tag-Modus (im Vergleich zum Excalibur bereits sehr leise Betriebslautstärke) in den Nachtmodus (längere Dörrzeit, geräuschärmer) wechseln möchte. Beide Funktionen empfinden wir als sehr kundenfreundlich. Die digitale Leiste, wie auch die nach vorne zu öffnende Echtglastür, wie auch das Design gefallen uns insgesamt besser: Beim Excalibur lässt sich die Tür nur nach oben öffnen; optisch ist er für unser Dafürhalten kein Hingucker und die Temperatur kann nur stufenweise eingestellt werden.
Die Unterbringung unter einem Küchenunterschrank ist beim Sedona einfacher zu handeln: Er ist zwar schwerer und besitzt an der Rückseite einen Wandabstandshalter; dafür kann man aber an der Frontleiste meine Einstellungen tätigen und muss nicht an der rückwärtigen Oberseite des Gerätes herumdoktern und es vorziehen.
Um die ganze Theorie ein wenig zu vereinfachen, füge ich dieses anschauliche Video von Perfekte Gesundheit ein, wo alle Funktionen anschaulich demonstriert werden (ebenso jeder einzelne Einschub mit dem Dörrgut drauf, aber lasst euch davon nicht stören...*g).



Was uns wirklich vom Excalibur abgebracht hat, war die Tatsache, dass bei diesem starke Temperaturschwankungen außerhalb des Rohkostbereichs gemessen wurden. Wie bitte? Ja, richtig gelesen! Tests mit dem Excalibur zeigten, dass bei einer Einstellung von 35°C Temperaturen bis zu 53°C erreicht wurden, bei der nächsthöheren Option (41°C) bis zu 57°C. Dies sind keine geringfügigen Abweichungen. An dieser Stelle findet ihr eine (für uns unbefriedigende) Stellungnahme des Excalibur-Herstellers zu diesem Missstand. Das Sedona Dörrgerät besitzt 2 digitale Mess-Sonden, welche die Temperatur ständig kontrollieren und erfahrungsgemäß die eingestellte Temperatur zuverlässiger halten und sie eher unter- als überschreiten. Vor diesem Hintergrund ist euch vielleicht klar, warum Excalibur-Nutzer immer davon schwärmen, wie schnell das Gerät doch arbeitet... Im Umkehrschluss muss man beim Sedona eben ein wenig mehr Zeit einkalkulieren - wieder wichtig bei Rezepten, wo mit dem Excalibur gearbeitet wird. Dies und das Herantesten an die passende Dörrdauer nehme ich jedoch gerne in Kauf, wenn ich dann eben die gewünschte Rohkostqualität habe! :)


Kritik:
Was den Preis des Gerätes angeht, könnte ich nun eine Grundsatzdiskussion beginnen, werde mich aber bremsen. Ich bin kein Produktdesigner, dafür aber der Ansicht, dass der Preis für ein Produkt, das nicht fair trade gehandelt wird, schon happig ist. Dies sehe ich allerdings bei vielen technischen und rohköstlichen Produkten so... Insgesamt wird sich da sicherlich in den nächsten Monaten noch etwas tun - wie immer bei relativ neuen Produkten. Der Preis variiert zwischen 341 € und 439 € (Stand: 10.03.2013), wobei hierbei natürlich auch immer der Service und die Produktkenntnis des jeweiligen Anbieters nicht außer Acht gelassen werden sollte. In Amerika ist der Kaufpreis zwar niedriger, aber hier kommt zusätzlich die Steuer zum Tragen, die von Bundestaat zu Bundesstaat, manchmal sogar von Stadt zu Stadt stark variiert. Ob es drüben also wirklich günstiger wird? Ungewiss! Der offenbar reguläre Stückpreis von 8,90 € für die Folien ist für meine Begriffe definitiv überteuert, bedenkt man die hohen Anschaffungskosten für das Gerät an sich. Ganz um die Folien herum kommt man aber wohl nicht, wenn man Cracker und ähnlich klebrige Dinge fabrizieren möchte...
Wenn wir beim Preis sind, stellt sich natürlich die Frage: Ist es mir das wert, brauche ich so ein Gerät wirklich und welche Alternativen gibt es? Ob man so ein Gerät braucht, zeigt sich natürlich erst im alltäglichen Gebrauch. Es gibt durchaus und abgesehen vom Excalibur Alternativen in einem niedrigeren Preissegment. Mich haben sie schlichtweg nicht überzeugt. In der Sonne kann ich in unseren Breitengraden auch nicht immer trocknen, ebenso wenig sind Heizung und Ofen eine sinnvolle Alternative. Gerade wenn Katzen oder andere neugierige Mitbewohner im Haushalt leben, sind die Heizung oder die Trocknung an der Sonne nicht ohne mengenmäßige Einbußen umsetzbar.*g Selber-bauen wäre auch noch ne Möglichkeit. Wer´s kann, möge es versuchen! :)
Als einen Nachteil könnten Singles oder Wenig-Nutzer die Tatsache empfinden, dass es nur eine Größe gibt. Nun kann man natürlich auch nur die Hälfte beladen, wenn man weniger Dörrgut hat. Der Sedona ist somit ein Gerät, das viele Bedürfnisse in einem Gerät vereint, aber ich kann mir vorstellen, dass Enzelpersonen sich dennoch etwas Kleineres wünschen, das auch in einer kleineren Küche Platz findet, wo dann wieder der Excalibur in drei verschiedenen Größen interessant wird.

Fazit;
Aufgrund der gesammelten Vergleichswerte und insbesondere wegen der benutzerfreundlichen Schaltleiste, der Multifunktionalität und der zuverlässigeren Trocknung in Rohkostqualität spricht uns der Sedona trotz des stattlichen Preises dennoch am meisten an. Unsere Praxiserfahrungen mögen das Weitere zeigen.


Ende des Mammutposts! :) 
Alles Liebe von einer grippigen
Frau Momo

Zum Weiterlesen/ Quellen:
Produkttest: Sedona Dörrgerät - Teil 2 oder: Lustiger Spielenachmitag im Hause R./ C. 
Produkttest: Sedona Dörrgerät - Teil 3: Fazit 

Sedona Dörrgerät von Keimling
Excalibur von Keimling 
Dörrautomat-Test (Winfrid Holler/ Keimling)
Vergleich zwischen Sedona Dörrgerät und Excalibur Dörrgerät
Enttrohnt der Sedona den Excalibur? Eine Kritik (Achtung: einige veraltete Daten)
Sedona- Excalibur: Fazit des Vergleichs 
Rohkostwiki: Excalibur 

Kommentare:

  1. Danke für den Beitrag sehr interessant! Den würde ich auch mal testen wollen:-)

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  2. Ich liebe meinen Sedona, auch wenn er die letzten Wochen nicht ganz so häufig in Gebrauch war. Aber Ich hab schon soooo viel Bro(h)t damit gemacht, meine Kräuter getrocknet, Trockenobst und Grünkohlchips gemacht, einfach toll. Viel Spaß mit dem Gerät :-)

    Liebe Grüße,

    Kivi

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    1. Schön, dass du auch noch nach gewisser Zeit so pisitiv auf ihn zu sprechen kommst! :) Gerade trockne ich rohe Falafel, meinen Sauerteigansatz und Selleriechips. Pizzaböden konnten gerade raus. Bin gespannt auf die Ergebnisse! :)

      Liebe Grüße, Frau Momo

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  3. vielen Dank für die Mühe die du dir mit deinen Beschreibungen immer machst - meine Hochachtung, ehrlich
    ich gestehe, ich bin viel zu faul dafür :(
    liebe Grüße!

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    1. Lieben Dank fürs Kompliment. Mir dient das ja auch: So verstehe ich selbst noch mal mehr, was ich so an Eindrücken gesammelt habe! ;)

      LG, Frau Momo

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  4. Ach wie fein, den Sedona bekomme ich auch die Tage zum testen =D
    Hast du denn auch schon was zubereitet? Bin ja mal gespannt auf das Spielzeug. Aber auf Dauer würd sich das für mich glaub ich nicht lohnen... Na ich werds ja sehen. Bin schon ganz aufgeregt!

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    1. Doch, wir haen schon eifrig getestet, bin nur immer noch zu platt, um nen Artikel zu basteln... :(
      Viel Spaß dir damit,
      Frau Momo

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  5. Ich selbst kann mit Rohkost nichts anfangen. Aber klar, wenn man drauf steht, warum nicht (Gesundheitsrisiken natürlich bedenkend und sich nicht nur rohköstlich ernährend ...) Aber irgendwo passt das wahrscheinlich nicht mehr zum Blogtitel, denn einfach vegan ist Rohkost und der Kauf eines solchen Gerätes ja wohl nicht gerade..

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  6. Gute Kritik, Stefan. Ich bin mit dem Blogtitel immer in Entwicklung inbegriffen. Er erinnert mich immer wieder ans Wesentliche. Was das im Einzelnen für mich bedeutet, versuche ich immer wieder neu auszuprobieren. Es ist immer wieder ein Ausloten und beinhaltet auch mal den Auschlag zur einen oder anderen Seite. Mein Interesse an der Rohkost war v.a. immer das, Produkte zu konsumieren, die möglichst wenig verarbeitet sind. Dehydriertes gibt es nicht jeden Tag. Ich sehe darin auch noch keinen Widerspruch, denn ich frage mich bei allem immer wieder: "Was brauche ich wirklich?" Ich lebe in einer technisierten Gesellschaft, sehe sehr viel kritisch (,aber auch nicht alles!), habe keinen Fernseher, keine Konsolen oder ein besonderes Handy. Bei anderen technischen Errungenschaften wieder liebäugel ich durchaus damit. Aber bei aller Erstbegeisterung lasse ich mir Zeit mit einer Kaufentscheidung.
    Mein Weg mit der Rohkost entwickelt sich erst. Wie er sein wird, sehe ich erst in Zukunft. Ich nehme an, dass es ein wesentliches, aber nicht ausschließliches Element sein wird. So fühle ich es zumindest. Zumindest kann Rohkost sehr einfach sein - es liegt beim Einzelnen, wie er das umsetzt, ob er viel Gourmet-Rohkost (stark Verarbeitetes) zu sich nimmt oder eher Naturbelassenes.

    LG und danke für deinen Input,
    Frau Momo

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