Mittwoch, 27. März 2013

Was haben Krank-Sein und Erleuchtung miteinander zu tun?

Ich weiß es auch nicht! :D Ich weiß nur, dass man bei Kindern immer wieder feststellt, dass sie nach einer schwereren oder länger andauernden Krankheit häufig einen Entwicklungsschub durchlaufen und danach irgendwie "weiter" sind. 
Ein bisschen "weiter" fühle ich mich nun auch. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, hat es mich wie so viele in den letzten Wochen ziemlich gebeutelt, was das Krank-Sein angeht. Keine Lust und Kraft zu und für nichts! Und das bei mir, dem wettergegerbten Küstenkind, das nie, aber auch wirklich nie ernsthaft krank ist. Und das Krank-Sein zudem immer wieder mit Schwäche assoziiert, wenn es ehrlich ist. Und Schwäche annehmen? Oh yeah, geh mir weg...
Doch gerade das hat mich scheinbar diese Zeit der Krankheit lehren wollen. Und zwar nicht mal so eben. Ne, da kann ja nicht wirklich was passieren. Ich musste schon richtig krank und v.a. geschwächt (!) bis zum "Geht-nicht-mehr" werden, um wirklich vom Herzen her zu verstehen und ein bisschen anzunehmen, dass Schwäche und Stärke einander die Hand geben, einander bedingen und zusammen gehören.
Schwäche bei mir und Anderen akzeptieren - huih, beim Anderen vielleicht. Manchmal. Kommt drauf an, bei wem und inwiefern. Ihr seht schon! Ist nicht weit her mit meiner Liebe zu Schwächeren, auch wenn mein Ausbilder mich seiner Zeit "Robina Hood" getauft hat, weil ich immer - gefragt oder nicht - die Schwächeren, Armen und Verwaisten verteidigte! :D Und Schwäche bei mir? Ach, ich bin ja noch jung, kann ich ja noch später lernen... :D
 
Was hat das alles mit dem Blog und seinen eigentlichen Inhalten zu tun? Auch meine Ernährung war plötzlich Bestandteil der Lektion "vermeintliche Schwäche anzunehmen und ihre Botschaft anzuhören". Das soll nicht heißen, dass ich Tierisches gegessen habe. Aber nach anderthalb Monaten Rohkost und einer Woche Krank-Sein war ich v.a. eins: genervt und etwas gelangweilt von meinem Essen. 
Wie konnte das passieren? Obwohl ich es nicht vorgehabt hatte, sah ich mich plötzlich damit konfrontiert, einen High-Raw-Anspruch zu erfüllen! Halllo? Ursprünglich ging es mir darum, mich zu informieren! Tja, und ehe ich mich versah, war die Mrs. Drillseargant am Zug und übernahm das Steuer. 
Ja, es gehört zu mir, in eine Sache zu 100% einzusteigen. Ganz oder gar nicht. Ist auch nicht verkehrt (für mich), um ein Thema ganz zu durchdringen, eine Haltung zu entwickeln, mich zu positionieren. Aber dann kommt der Punkt, wo ich nicht selten anstrengend werde - für mich und sicher auch nicht selten für mein Umfeld (liebe Grüße an Schatzi und meine Kollegen!^^). Immer deutlicher klopft dann die Frage an, wie ich etwas Neues auf Dauer harmonisch in meinen Alltag integrieren kann und ob ich das überhaupt will! Tja, und mit einer zu rigiden Einstellung geht schon mal gar nichts. Denn dann kommt der Trotzkopf in mir zum Vorschein, der sich letztlich selber boykottiert, weil alles einfach zu viel und zu anstrengend wird. Und dahin ist der Zauber des Anfangs...
Dieses Mal war es ein wenig anders. Ich merkte, dass ich keine Lust auf Essen hatte. Erst schob ich es auf die Rohkost an sich und war "ein wenig" verzweifelt. Dabei war ich v.a. eins: krank. Und wer krank ist, mag meistens auch nichts essen. Und wenn Essen, dann doch bitte Krankenessen, also z.B. gekochte Suppe in jedwedem Format. :D (Die Redaktion nimmt leckere (!), roh-vegane Krankenkostrezepte mit Vergnügen entgegen!^^) Tja, hier wurde es tricky! Sollte ich, durfte ich? Häh???? Wie bitte? Natürlich durfte ich. Ich durfte alles essen, was ich wollte. Vegan und somit "verzichtend" war ich aus ethischen Gründen. Damit hatte ich auch kein Problem! Aber was war das jetzt mit der Rohkost? War ich grad etwa dabei, mich wegen Nicht-Rohem zu geißeln? Es sah ganz danach aus. Abweichen von Rohkost = Scheitern? Diese Gleichung konnte ich vor mir selbst nicht stehen lassen. Ich erlaubte mir ausdrücklich unrohe Ausflüge. Nicht jeden Tag, aber immer mal wieder abends, während ich sonst weiter Rohkost zu mir nahm. Und dieser Prozess verlief nicht glatt; er dauert an, ist ein Vor-Zurück-Vor-Zurück!
Was passierte, als ich wieder zu kochen begann, hier mal "etwas" Osterhasen-Teig (Angebot in meier Offenen Ganztagsschule) naschte, dort mal fünfe grade sein ließ? Meine Haut begann zu mucken - und das gehörig. Auch die Gelüste, die ich aus den ersten 4-5 rohen Wochen so gut kannte und auf die ich hier eingegangen bin, kamen wieder. Dabei dachte, das Thema sei gegessen, kaum dass ich den besagten Beitrag gepostet hatte. Mist! 
Und so steh ich hier: Keine Lösung parat außer der, dass ich auf meinen Bauch hören möchte, wie immer das in der Praxis aussieht. Eins habe ich gemerkt: Mir geht es mit der rohen Ernährung eigentlich sehr gut - körperlich, wie psychisch und seelisch. Bis auf dass ich einer einer unrohen Welt lebe, unrohes Essen oft an positive Gefühle, Ereignisse und Kindheitserinnerungen gekoppelt ist  und ich auch einfach mal unrohe Gelüste habe! :D (Hier übrigens passend zum Thema ein aktueller, schöner Beitrag von Rohkostuniversum.)

Was mache ich mit dem Klumbatsch? Annehmen, was ist - wieder und wieder. Genug essen und genießen! Mut zur Lücke haben, nett zu mir sein, mich nicht überfordern! Auf Impulse von innen wie außen achten. So z.B. auf den, meinen morgentlichen Frischkornbrei gegen Obstalat zu tauschen. Tut mir gut, kam ohne Vorüberlegungen über Nacht! Nicht auf Hirngespinste hören, sondern auf die innere Führung vertrauen. Haha! Und das, wo ich doch so "gern" kontrolliere... Auch wenn ich (mir) noch so oft predige, auf den Bauch zu hören... 
War also nichts mit der Erleuchtung? Ne, ladies und gentlemen. Muss aber auch nicht. Und doch: Ich fühle mich erleuchteter! ;) Und was ist Erleuchtung wenn nicht ein Immer-heller-Werden in mir? Vergleichbar dem Häuten einer Zwiebel: Schicht um Schicht...Immer wieder neu. Und ich habe einige Schichten abgetragen, während ich im Bett lag und "nichts" tat... Haste gut gemacht, Frau Momo! :)

Annehmen, was ist - lalala...

Liebste Grüße von Frau Momo on her way! <3


Zum Weiterlesen:
Noch mehr Rohkost?

Kommentare:

  1. Danke für diesen schönen Beitrag, hat mir sehr gut getan.

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    1. Das freut mich von Herzen! ♥

      Liebe Grüße,
      Frau Momo

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  2. Toller Beitrag, ich wandere ja auch gerade auf unrohen Pfaden und hab mich oft bei dem Gedanken erwischt, dass ich dies und jenes nicht darf, sollte...

    Vollkommen Quatsch, offen bleiben für Entwicklung und das tun, was in diesem Moment für einen passt.

    Bleib so wie du bist:-) toller Blog ❤

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    1. Wie lieb von dir!❤ Danke für deine Offenheit. Manchmal denkt "man" ja, dass es nur Einem selbst so geht. :D
      Mir geht´s oft so: Wenn ich´s ausspreche/ ausschreibe, ist es schon gleich viel weniger schlimm...
      Bleibt halt ne spannende Reise ohne Patenrezept, das auf ewig gilt. Wie du schon schreibst: "...das tun, was in diesem Moment für einen passt."

      Liebste Grüße,
      Frau Momo

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