Dienstag, 16. April 2013

Mein 1. Rohkost-Potluck

Momentan (naja, soooo selten ist das auch wieder nicht!*g) habe ich einen regelrechten, kreativen Schub! Einen? Naja, wohl mehrere auf einmal! Ich weiß gar nicht, wann ich all´ die Artikel schreiben soll, die mir im Kopf herumspuken. Und auch ohne das tut sich momentan so viel in mir, dass ich wieder mal nicht weiß, wohin das alles noch führen soll! :D 
Aber nur weil ich mich grade vor Impulsen kaum retten kann, muss ich euch ja nicht mit dem Durcheinander überfallen. :D Insofern bekommt ihr alles schön portioniert, was mir vielleicht auch ein wenig beim Sortieren hilft! ;)
Bevor ich mich dem eigentlichen Thema dieses Beitrags widme, möchte ich mich bei allen, die mir zu meinem 1. veganen Geburtstag gratuliert haben, ganz herzlich bedanken. :) Insbesondere aber auch bei den Lesern, die bei meinem Gewinnspiel mitmachen, das noch bis zum 27.04.2013 läft: Ich kann gar nicht sagen, wie gut mir euer liebevolles Feedback getan hat und wie sehr ihr mich mit den Antworten auf meine Fragen inspiriert, berührt und erfreut habt. Ich fühle mich unsagbar beschenkt dadurch! Ihr seid großartig, und ich freue mich schon darauf, in Ruhe eure Zuschriften auszuwerten, zu stöbern und das Eine oder Andere öffentlich vorzustellen. :)

Potluck in Köln:
Nun möchte ich euch aber von meinem 1. Potluck in Köln berichten. Auf der Seite von Germany goes raw finden sich die deutschlandweiten Veranstalter von solchen Austausch-/ Schlemm-Treffen, nach Postleizahlen sortiert. Da habe ich auch erstmals von diesem Begriff gelesen und war seit Beginn meiner Rohkostzeit sehr neugierig darauf, endlich mal an einem Potluck teilzunehmen.
Meine Gastgeberin Marina ist auf der Germany-goes-Raw-Seite nicht gelistet. Stattdessen habe ich sie in einer der Facebook-Gruppen durch ihre Einladung zu den monatlich stattfindenden Potlucks kennengelernt. Mehrfach musste ich terminbedingt absagen, aber letzten Samstag hat es dann endlich geklappt, auch mit Schatzis Dienstplan. :)
Am Tag selbst merkte ich, wie ich schwer nervös wurde. Eine alte Bekannte in Gestalt des Perfektionismus gesellte sich zu mir. Ich hatte das Gefühl, zu wenig vorbereitet zu haben und befürchtete, auf Herz und Nieren von den anderen Rohlis geprüft zu werden. Konnte ich Tee mitbringen? War mein Öl ok? Wie würden die anderen Teilnehmer drauf sein? Würde das mir bekannte Besser-Veganer-Spiel losgehen? Kurz: Ich hatte mal wieder Sorge, nicht zu genügen und mich rechtfertigen zu müssen. Schließlich straffte ich aber dann doch die Schultern und dachte mir, dass ich ja jederzeit wieder gehen könnte, wenn es mir zu blöd wurde.

Foto: Ralph Conway
Vor dem Haus stehend, brauchten wir nicht mal klingen, denn eine sprudelnde Gastgeberin öffnete uns mit blitzenden Augen die Tür. Da wusste ich eigentlich schon, dass ich meine Bedenken begraben konnte. Die Chemie stimmte einfach.
Wir stellten eine kleine Runde von insgesamt 5 Leuten dar - alles "Frischfleisch"!*g Neben Nikola, einer sympathischen Kölner Studentin mit einem jungen, frischen Blog war noch Brigitte zu Gast. Das war mir nur recht, da ich mich in kleinen Gruppen besser auf den Einzelnen einlassen kann. Zu viel Publikum ist mir - grad beim Kennenlernen - oft zuviel. 
Neben einem äußerst köstlichen Buffet war ich v.a. auch neugierig auf unsere Gespräche, denn nach meinem Umzug aufs Land fehlen mir doch zuweilen Leute vor Ort, mit denen ich mehr als ein paar Worte zum Wetter wechseln kann. Vegan allein ist ja kein Kriterium dafür, dass man sich gut versteht und über das Thema hinausgehen kann.
Auch wenn es sich natürlich fast nur um Rohkost drehte, war für mich recht schnell klar, dass die Ebenen auch sonst stimmten. Ich habe mich einfach nur wohl gefühlt und dabei auch das Essen in vollen Zügen genossen. Was es gab? Neben Zucchini-Carpaccio mit Guacamole, einem äußerst leckeren Linsen-Salat und einem grünen, gemischten Salat brachten wir Falafel mit, die sehr gut angekommen sind. Dazu gab es Wasser und... Tee! :D Dem Himmel sei Dank: Ich war unter "Menschen". Nicht falsch verstehen und jedem das Seine, aber der Tee löste bei mir den Knoten, und ich konnte endgültig aufatmen.

Heidelbeer-Tartes von Nikola (Foto: Ralph Conway)
Seit ich mich rohköstlich ernähre, mag ich auch Süßes lieber. Nicht im übertriebenen Sinn, aber eben doch mal! Neben Nikolas leckeren Heidelbeer Tartes gab es eine wahre Sinnestudie. Eine was? Marina kredenzte uns diese Kügelchen, und wir durften raten, was drin war.;-) Und ich sag´s euch: Dadurch wurde es umso mehr zum Genuss. Und wer war es, der das fehlende Gewürz - Kardamom - erriet. Niemand sonst wie mein werter Herr C. :D Da war ich baff, denn eigentlich bin ich ja die Gewürzequeen! ;) Hinter den unscheinbar aussehenden, aber höchst köstlichen Süßigkeiten verbarg sich eine Mischung aus Paranüssen, Datteln und eben Kardamom. Ich sag nur: Geschmackexplosion und schlichtweg die Krönung.

Marinas Kardamom-Traum (Foto: Ralph Conway)


Gedankenkraft und Ernährung
Nein, die Krönung waren viel mehr die Menschen und die Begegnung mit ihnen.:) 
Irgendwas machte bei mir an diesem Abend "Plopp". Thema war eine ganze Zeit lang, wie Gedanken und Gefühle sich auf unsere angenommene Wahrheit und Realität auswirken. Kein neues Thema für mich, aber dennoch das "Plopp". 
Ist es wirklich so, dass Kochkost mir nicht mehr bekommt, oder habe ich verinnerlich, dass Rohkost mehr Energie bereit stellt, ergo Kochkost "schlecht" ist? Ist es tatsächlich der Zucker, auf den ich mit Akne reagiere oder nicht vielleicht sogar vielmehr der Gedanke, dass Zucker meiner Haut nicht gut tut? Bin  ich wirklich sensibler, oder habe ich die Umstellungserscheinungen, die dem Einstieger prophezeit werden, quasi aufgesaugt und als meine Wahrhheit angenommen? 
Entweder, oder, sowohl, als auch?!? Ich weiß es nicht. Doch wenn ich eines weiß, dann eines: Dass der Geist eine sehr große Macht besitzt, wenn nicht gar die größte überhaupt. Und wenn ich Körper wie Geist vor diesem Hintergrund mit Negativ-Assoziationen füttere, finde ich es nicht verwunderlich, wenn er entsprechend reagiert. ;)
Kann ich meinem Körper deswegen nicht vertrauen, wenn er Signale sendet? Doch, das kann ich. Aber ich möchte in Zukunft achtsamer sein, wie ich mich selbst mit gewissen Annahmen hypnotisiere und programmiere. Ich möchte mir selbst kein schlechtes Gewissen machen und den Teufel an die Wand malen, wenn ich mal unrohköstlich esse und bin sicher, dass ich Ausnahmen gut vertragen werde, wenn ich sie mir nicht madig mache.
Wenn Symptome auftreten, möchte ich sie als Zeichen der Reperatur werten und nicht als Problem (Mehr zu der Thematik an dieser Stelle und unter dem Schlagwort "Neue Medizin nach Dr. med. R. G. Hamer"). Ich möchte vielmehr meine Symptome (Hautreaktionen, psychische Befindlichkeiten...) wahrnehmen und schauen, was ich brauche. Weniger bewerten, weniger interpretieren, mich weniger an kollektive Übereinkünfte über Roh- und Kochkost halten, wie sie immer wieder propagiert und geschildert werden. "Raffinierte Produkte sind schädlich!", "Gekochtes bekommt mir nicht!"...  Ich sage nicht, dass diese Übereinkünfte falsch sind, denn sie werden ja häufig als wahr erlebt. Nur bedeutet das nicht, dass sie es auch für mich wahr sein müssen. 
Davon mal ab habe ich nicht vor, Zucker und Kochkost wieder Einzug in meine Küche halten zu lassen. Ich vermisse beides auch nicht, worüber ich mich sehr freue. Wenn ich aber doch mal Ausnahmen mache, möchte ich es einfach tun, ohne gleich, negative Konsequenzen daraus abzuleiten. Denn dann brauche ich mich nicht wundern, wenn mich genau diese ereilen...
Klingt das alles zu kompliziert? Eigentlich will ich nur sagen, dass ich mich wieder vermehrt daran erinnern möchte, dass ich durch die Art, wie ich über ein Thema denke, sehr viel Einfluss auf meine Wirklichkeit nehme. Und ich möchte diese, meine Wahrheit auch im Bereich der Ernährung wieder mehr und mehr leben, anstatt vermeintlich bewiesene Analogien und "Tatsachen" zu verinnerlichen, die zutiefst verneinend sind und auch nicht auf jeden Menschen zutreffen. 
Als ich noch geraucht habe, habe ich es einfach getan - ohne schlechtes Gewissen. Ich sah keinen Sinn darin, mich zu verurteilen. Und genau das will ich auch leben, wenn es um Essen geht. :)

Ihr seht schon, es war ein sehr angeregter Abend, wofür v.a. unsere tolle Gastgeberin verantwortlich ist! :)

Ich freue mich, ein paar neue Bekannte, möglicherweise auch zukünftige Freunde kennen gelernt zu haben. Und ganz klar: Ich bin wieder dabei, wenn der nächste Potluck startet.

Liebste Grüße,
Frau Momo, die sehr interessiert wäre an euren Gedanken zum letzten Abschnitt dieses Beitrages. :)


Zum Weiterlesen:
Geburtstags-Gewinnspiel
Kölner Rohkost-Treffen
Germany´s goes raw - Potlucks nach PLZNeue Medizin

Kommentare:

  1. Gedanken beeinflussen die eigene Wirklichkeit, denke ich. Und schaffen sie zum Teil auch. Wer soll wissen, was gut für einen ist, wenn nicht der eigene Körper? Die Gedanken funken da manchmal dazwischen, wenn man anderen mehr vertraut als der eigenen Intuition und den eigenen Körpersignalen.

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    1. Da gebe ich dir Recht. Mit einer Einschränkung: Auch der Körper "gehorcht" dem Geist meiner Meinung nach. Wenn ich also genügend "kranke" Gedanken denke, reagiert auch der Körper entsprechend. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht gut für uns ist. Es kann auch bedeuten, dass gewissen Gedanken uns nicht gut tun... Spannende Sache! ;) Lässt sich sicher endlos drüber philosophieren!

      LG, Frau Momo

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    2. Wieso Einschränkung?

      Gedanken schaffen/beinflussen Realität, das war meine Aussage. In gewissen Grenzen - je näher etwas in und an mir dran ist, desto grösser sind Einfluss und Auswirkungen der Gedanken.

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    3. Ich meinte damit nur, dass wir den Körper halt auch negativ beeinflussen können, indem wir ihm manches einimpfen, was er ohne dieses Geplapper niemals rückmelden würde - z.B. gewisse Glaubenssätze über Verträglichkeiten oder so. Aber ich denke, wir meinen dasselbe! :)

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    4. Klar, Beeinflussung funktioniert in beide Richtungen.

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  2. Dankeschön für die Verlinkung. :-) Mir geht auch vieles noch durch den Kopf worüber wir an dem Abend gesprochen haben. Weißt du zufällig noch ob Marina nun ein bestimmtes Buch erwähnt hat? Ich würde mich gerne noch weiter in das Thema einlesen. Habe mich selber auch immer wieder im Alltag daran erinnert mir nichts schlecht zu reden wenn ich es doch gerne mache (oder eben esse). Sehr interessant!
    Und schöner Beitrag dazu. :-)

    Liebe Grüße

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    1. Gerne doch, und danke! :) Ich hatte sie auch schon per Mail nach dem Titel gefragt. Sie hat wohl grade viel um die Ohren wegen Vortrag/ Seminaren. Sollte wohl am Wochenende wieder lockerer sein. Wenn Eine von uns was erfährt, kann sie es ja an die jeweils Andere weitergeben...;)

      Liebe Grüße

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  3. energie folgt der aufmerksamkeit, auch beim essen. ich habe mich so vor anderthalb jahren schwer für rohkost interessiert und dabei leider feststellen müssen, daß mein körper nicht sllzu viel mit ihr als einziger nahrung anfangen kann - aber das habe ich als phase bewertet. vielleicht kommt mal eine phase, in der mir ausschließliche rohkost richtig guttun wird - ich bin gespannt :)

    ich habe festgestellt, daß ich vieles in dem moment besser vertrug, wo ich es mir erlaubte, als je zuvor. dieses sich-selbst-etwas-erlauben hat bei mir auch dazu geführt, heißhunger in den griff zu kriegen. wenn ich mir z.b. schokolade oder schwarztee oder pommes oder weiß ich was ständig verbiete, erzeugt das bei mir richtig heftigen heißhunger. wenn ich es mir erlaube, dann hab ich nicht selten gar keine lust mehr drauf.

    wir sind schon ein paar merkwürdige affen ;)

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    1. Das mit den Heißhungerattacken ist wohl wirklich die logische Konsequenz, wenn wir uns etwas verbieten.
      :-D Merkwürdig-spannende Äffchen. ;) Das trifft´s wohl. Genau so wie das Leben: Immer in Bewegung. Wer weiß, wo wir alle in einem Monat stehen. Vielleicht lebe ich ja eines Tages von Lichtnahrung. Who knows? Obwohl - dafür liebe ich Essen zu sehr! :D

      Liebste Grüße,
      Frau Momo

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