Freitag, 26. April 2013

Produkttest: Soyabella (Sojamilchbereiter) von Keimling

*räusper Dieser Produkttest hat nun wirklich sehr lange auf sich warten lassen. :D Aber jetzt wird es Zeit, denn meine mit Keimling vereinbarte Testphase geht dem Ende zu, und so kommt es, dass ich so kurz nacheinander gleich zwei Testberichte veröffentliche.
Er hat mir im Fall des Sojamilchbereiter Soyabella ein ein wenig Bauchschmerzen bereitet... Wie ich hier ja bereits schrieb, möchte ich mich fair und ehrlich äußern, wenn ich Produkte teste. Auf die Soyabella hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut, da ich immer wieder mit dem Gedanken geflirtet hatte, mir eine zu bestellen, denn eine Zeit lang habe ich sehr regelmäßig Soja- und Nussmilch selbst hergestellt. 
Umso angetaner war ich, als Patrick von Keimling mir anbot, die Sojabella sechs Wochen lang auf Herz und Nieren zu testen.
Wollte ich auch! Ich brauchte aber drei Anläufe, bis ich das Gerät wirklich umfassend prüfen konnte. Zur Erklärung: Testgeräte sind gebrauchte Artikel. In meinem Fall war das Gerät nicht mehr 100% in Ordnung, so dass ich die Milchfunktion nur nutzen konnte, wenn ich den Aufsatzkopf stark mit der Hand aufdrückte, damit ein Kontakt zustande kam. Ich möchte aber dazu sagen, dass dies ganz sicher nicht auf alle Geräte zutrifft. Eine erstmalige Reparatur brachte keine Besserung. Zum zweiten Mal eingeschickt, kam nun ein anderes, neues Testgerät. Ich wollte das nicht einfach so auf sich beruhen lassen, sondern der Soyabella eine Chance geben. Immerhin hatte ich an anderer Stelle bereits versprochen, einen Testbericht zu verfassen, und ich hasse es einfach, wenn Geräte in fiesen Rezensionen verrissen werden, obwohl sie an sich völlig ok sind und der betreffende Kritiker einfach das Pech hatte, ein Exemplar zu bekommen, bei dem ein Produktions-/ Abnutzungsfehler vorlag... 
Lange Geschichte, kurzer Sinn: Dies ist also mit ein Grund, warum dieser Testbericht so lange auf sich warten ließ! :) 
Ein weiterer ist, dass ich mich ja, wie meine regelmäßigen Leser in den letzten Wochen mitbekommen haben, seit Anfang Februar in ziemlich hohem Umfang von rohen Lebensmitteln ernähre. Geplant war das ja nun nicht. Ich weise nur darauf hin, weil die Soyabella nun mal einige Funktionen aufweist, die ein Garen voraussetzen. Diese kann ich zwar objektiv beurteilen, allerdings nicht in allseits von mir gewohnter Manier in Begeisterungstaumel ausbrechen! ;) Aber das Gerät kann ja nichts dafür, dass ich meine Ernährungsweise umgestellt habe! :D
Nun zum Eigentlichen!



Bestandteile und Produktion: 
Neben dem eigentlichen Bereiter (Bildmitte) und dem Aufsatzkopf mit S-Messer finden sich im Paket zwei Siebe (rechts und links von der Sojabella) für die Produktion von Soja- und Reismilch, die unterschiedlich fein sind. Links neben dem Sieb ist ein Mahlbecher für Nüsse, Getreide etc ... - direkt daneben befindet sich ein Meßbecher, um die richtige Menge Nüsse/ Reis usw. abzumessen. Das große weiße Ding ist ein Abstellbecher: sehr praktisch zum Abstellen des heißen Siebes, das passgenau darin Platz findet, damit überschüssige Milch ablaufen kann. Gleichzeitig kann man das Sieb auch hineinstellen, wenn man Nüsse über Nacht einweichen will. Zu guter Letzt finden sich noch die Bedienungsanleitung, eine Reinigungsbürste und ein Reinigungsschwamm (vorne im Bild) im Paket. Das Gerät ist kompakt und nicht größer wie ein Wasserkocher, entsprechend einfach unterzubringen.
Es wurde in China hergestellt, leider nicht fair trade. Die Siebe bestehen aus Metall, der Behälter selbst aus Edelstahl, der Aufsatzkopf aus Kunststoff, ebenso wie die beiliegenden Becher (s. Bild).

Funktionen:
Die Sojabella kann u.a. jede Art von Getreide-, Nuss- oder Sojamilch produzieren. Wem der rohköstliche Aspekt wichtig ist, kann mittels der Mahlfunktion auch rohe Nussmilch herstellen. Ansonsten mahlt das Gerät Getreide, Kaffee oder (uneingeweichte!) Nüsse. Außerdem kann es Gemüsesuppen herstellen - sowohl Brühe, als auch stückige und crémige Suppen. :)

Handhabung:
Das Gerät ist recht einfach zu bedienen, wenngleich das Zusammensetzen von Aufsatzkopf und Sieb ein wenig tricky ist, bis man die richtige Stelle hat, wo beides ineinanander einrastet und mittels einer Drehung des Siebes (gemäß Pfeilrichtung) fixiert wird. DIe Kerben sind auf der Innenseite des Siebes zu erkennen. Die Bedien-Knöpfe auf dem Aufsatzkopf sind auf Englisch beschriftet. Signaltöne und entsprechende Lichter in Rot oder Grün zeigen an, ob das Gerät arbeitet (Stillstand der roten Leuchte), fertig ist (grünes Leuchten) oder auf Bedienung wartet (flackernde, rote Leuchte)

Kosten:
Die Soyabella kostet bei Keimling 149 Euro. Wenn wir von einem "Nicht-Rohi" ausgehen, der gerne und regelmäßig Pflanzenmilch trinkt und auch mal ein schnelles Süppchen haben mag, ist das Gerät wirklich toll! Es spart bares Geld und schont dabei die Umwelt. Nur ein Rechenbeispiel (andere könnt ihr, wenn ihr wollt, selber aufstellen!*g):
Ein Päckchen Bio-Sojabohnen kostet im Schnitt zwei Euro. Daraus erhaltet ihr je nach Bohnenmenge bis zu 7 Liter Sojamilch - im Vergleich zur gekauften für 1-2 Euro pro Liter wirklich super! :)



Sojamilch



Unsere Erfahrungen mit der Soyabella:
Ich erwähnte ja bereits, dass ich mit dem ersten Exemplar der Soyabella so meine Problemchen hatte. Mahlen ja, Milch oder Suppe? Fehlanzeige! Und natürlich habe ich mich erst mal wieder gefragt, was ICH falsch gemacht habe! ;) Die gründliche, fachmännische Untersuchung von Schatzi ergab: Gar nichts! :D Und jetzt? Die Bedienungsanleitung half uns nicht weiter, ebenso wenig das Internet. Jedenfalls musste zu guter Letzt der Kundenservice befleißigt  werden. Nach zwei Anläufen hatten wir dann ein neues Gerät, das die eingangs beschriebenen Probleme nicht machte.
Die Handhabung ist denkbar einfach: ein paar offensichtliche Knöpfe drücken und los geht´s! Die Geräuschlautstärke empfinde ich nicht als störend. Die Möglichkeit, den heissen Aufsatzkopf im Abstellbecher zu parken oder auch Getreide/ Nüsse darin einzuweichen, ist sehr benutzerfreundlich.
Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich. Sie erklärt auf mehreren Seiten die einzelnen Funktionen, Bestandteile und beinhaltet zudem ein paar Rezepte. Ich hätte mir eine genauere Bezeichnung für die Reismilch gewünscht. Die wird hier als Reissuppe aufgeführt, was für mich ein Unterschied ist! Wie bereits beschrieben, hatten wir aufgrund des defekten Gerätes so unsere Vorbehalte und Schwierigkeiten. Ich stelle die Frage in den Raum: Kann man alle Eventualitäten in einer Bedienungsanleitung erwähnen? Wahrscheinlich nicht. Aber man darf es sich ja trotzdem wünschen! :P Wie die Erfahrung später zeigte, reicht die Anleitung für den Hausgebrauch bei einem intakten Gerät in der Regel aus! ;)
Die Reinigung ist weniger mit Aufwand verbunden, da nur ein Gerät gebraucht wird - im Vergleich zur Herstellung mit Topf, Mixer und Sieb. Allerdings ist es auch hier wichtig, das Sieb direkt zu reinigen, sonst muss man schon mal schrubben.
Ich stelle nun nacheinander die verschiedenen Funktionen und unsere Erfahrungen damit vor: Hinsichtlich der Milch-Funktion ist die Zeitersparnis wirklich klasse. Ob Nuss- oder Sojamilch: Beides ist (mal abgesehen von der Einweichzeit) super-schnell hergestellt und schmackhaft. Für die Soja-, Reis- und Nussmilch benötigt man gut 15 Minuten inkl. Gerätezusammenbau! :) Sehr alltagstauglich also! :) Im Vergleich dazu benötigte ich bei der Sojamilchherstellung mit Mixer, Sieb und Kochen eine knappe Stunde, für die Nussmilch vergleichbar lange. So oder so muss ich mit der Soyabella weniger Handgriffe ausführen, was sie durchaus attraktiv macht. Was mir zudem gefällt, ist die Möglichkeit, hinsichtlich Menge, Konsistenz und Basis (Nüsse, Getreide...) zu variieren.
Die Mahl-Funktion ist eine tolle Sache, wenn ihr rohköstliche Nussmilch herstellen wollt. Ansonsten lassen sich damit auch Nüsse pur mahlen, allerdings bitte keine eingeweichten. :D Mir stellt sich grundsätzlich die Frage, ob es sich lohnt, hierfür die Maschine anzuschmeissen. Ich nehme für Nüsse und dergleichen lieber meine elektrische Kaffeemühle. Aber die hat nicht jeder, ebenso wenig einen Hochleistungsmixer oder eine Küchenmaschine. Insofern mag die Funktion auch eine Berechtigung haben, wenn man keine Nussmilch produzieren will.

Suppen haben wir nur einmal damit hergestellt. Mal ehrlich: Klar kann man die Soyabella dafür nutzen, aber es reicht auch ein stinknormaler Kochtopf! :D Es ist eine nette Spielerei, und vielleicht gibt es Leute, die sich für diese Funktion mehr begeistern können als ich! ;) Auf jeden Fall kann ich sagen, dass die Funktion klappt, die Suppe schmeckt und dass die Möglichkeit, zwischen cremiger und stückiger Suppe, sowie Brühe zu wählen, Erfindungsreichtum beweist. :D Bei den beigefügten Rezepten würde ich zur Vorsicht raten, was die Gewürzmenge angeht. Uns persönlich war ein erprobtes Rezept zu scharf, und das will was heißen. Zu den Geräuschen: Ich habe mich bei der Suppen-Produktion etwas erschreckt, weil die Soyabella eben ohne Vorwarnung und mit dazwischen liegenden Pausen plötzlich los"röhrte".

Persönliches Fazit: 
Das Gerät vereint viele Funktionen in Einem und gerade für Menschen, die regelmäßig einen hohen Verbrauch unterschiedlicher Pflanzenmilchsorten in größeren Mengen haben, ist die Soyabella sicherlich eine unsagbare Erleichterung: weniger schleppen, günstiger Preis für Pflanzenmilch, wenig Aufwand im Vergleich zur Herstellung "per Hand". Wer eine große Familie hat oder einfach lieber/ gerne Dinge selber macht, findet hier einen denkbar guten Küchenfreund. Hätte ich das Gerät ein paar Wochen zuvor getestet, hätte es durchaus sein können, dass die Soyabella bei uns einzieht; zumal ich bis dato Sojamilch in rauen Mengen produziert hatte, auch für die Weiterverabeitung zu Frischkäse, Joghurt und Tofu. Die Anschaffung hätten wir allerdings allein wegen der Möglichkeit, Pflanzenmilch schnell und einfach herzustellen getätigt, weniger wegen der Suppenfunktion.:D 
Die Umstellung auf Rohkost brachte es aber nun einmal mit sich, dass wir 1. keine Sojamilch mehr verbrauchen, wir 2. Nussmilch genauso fix mit unserem normalen Mixer vor uns stehen haben und wir 3. derzeit fast gar keine Nussmilch mehr trinken. Insofern war recht schnell klar, dass die Anschaffung einer Soyabella hinfällig ist.
Das Gerät an sich: klasse und empfehlenswert, aber in meinen Augen unnötig für Rohköstler. :) Da tut es dann schon ein Mixer! ;)
An dieser Stelle adé, liebe Soyabella. Mögest du einen Besitzer bekommen, der dich zu würdigen weiß! :) Von meiner Seite nochmals ein ganz liebes Dankeschön an Patrick und Keimling für die Möglichkeit, die Soyabella kennenzulernen und zu testen! :)



Liebste Grüße und euch ein zauberhaftes Wochenende,
Frau Momo


Zum Weiterlesen/ Quellen:
Sojamilchbereiter Soyabella
Keimling

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