Samstag, 27. April 2013

Rohkost-Review und Marinas göttliche Kardamom-Kugeln (Rezept)

Hallo ihr Lieben!

Fast drei Monate ist es nun her, dass ich das "Experiment Rohkost" gestartet habe. Zeit für einen Rückblick und eine Ausschau! Dass es tatsächlich ein längerfristiges Experiment werden würde, hätte ich mir nicht vorstellen können. Ich dachte, ich würde einfach mal ein wenig ausprobieren und vielleicht auch mehr Rohkost in unseren täglichen Speiseplan integrieren, und das wär´s! Pustekuchen! :D 

Ich habe in den letzten Tagen immer wieder von meinem Yogaweg geschrieben. Yoga und Ernährung gehen für mich Hand in Hand. Ich entschied mich einst in Folge der Arbeit mit dem Mantra "Ich bin eins mit allem, was ist!" für die vegane Ernährung. Seit Februar besuche ich einen neuen Yogakurs. Parallel praktiziere ich vertiefter denn je Yoga und ernähre mich eben rohköstlich. Was ist nun Ei, was Henne? Ist es wichtig? Ne. :D

Und? Hat sich was verändert?
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich mehr und mehr in die rohköstliche Lebensweise hineinwachse. Das merke ich v.a. daran, dass  ich nicht mehr ständig darüber lese, mich auch wieder anderen Themen vermehrt zuwende. Die Freude ist immer noch ungemindert, aber das Ganze wird zunehmend selbstverständlicher. Gleichzeitig ist es immer noch vieles neu und fordert mich heraus, meinen eigenen Weg damit zu finden.
Fest steht, dass wir sehr viel mehr Rohkost zu uns nehmen, und es uns sehr gut schmeckt. Wir stehen im Schnitt weniger lang in der Küche, essen abwechslungsreich und mittlerweile auch immer weniger stark Verarbeitetes. Das hat sich so ergeben, war kein Ziel. 
Es fällt uns auf, dass wir weniger stark und auch nicht mehr querbeet würzen, weniger Knoblauch und Zwiebel verwenden. Die Zutatenliste wird kürzer. Die Lebensmittel schmecken roh einfach so schon sehr intensiv, aber ich habe auch das Gefühl, dass sich mein Geschmacksinn verändert und sensibilisiert.

 Mittlerweile kaufe ich unser Gemüse auf dem Markt. Ich liebe das Marktfeeling einfach und die kleinen Naschereien meines Gemüsemanns natürlich auch! :) Derzeit bin ich ziemlich im Frühlingstaumel, was sich auch finanziell niederschlägt. Wir geben schon ein wenig mehr Geld für Lebensmittel aus, aber mal ehrlich: Ich rauche nicht, ich trinke nicht. Ich habe keine teuren Hobbies. Ich bin es mir wert! :D Das Gemüse schmeckt einfach gigantisch gut, und die Möglichkeit frei unter so vielen leckeren Sorten zu wählen, führte dazu, dass wir der Gemüsetüte gegenüber untreu wurden. ;) 
Meine Kreativität ist wieder mehr erwacht und ich kreiere mittlerweile eigene Gerichte, was mir einfach auch mehr Spaß macht, als mich immer nur nach Rezepten zu richten! :)

Wie geht es mir körperlich? 
Dass ich ständig überschüssige Energie habe, kann ich nicht unbedingt auf die Rohkost zurückführen. Es ist eher mein Temperament, und manchmal wäre mir weniger davon ganz lieb!*g 
Einige Tage hatten wir beide stark mit Kältegefühlen zu tun. Dies hat sich mittlerweile dank Ingwerwasser reguliert. Manchmal tritt es noch auf, weswegen wir Ingwer immer im Haus haben. Ich werde zu dem Thema "Kältegefühle" nochmals an anderer Stelle seperat etwas posten, weil ich soviele tolle Tipps bekommen habe und wohl viele Rohkost-Einsteiger damit zu tun haben. Und für jeden wirkt ja vielleicht etwas Anderes gut! :)
Meine Fingernägel zeigen: Keine Mangelerscheinungen. Ich hatte damit wenig zu tun, aber ein paar weiße Stellen waren schon da.
Meine Haut durchläuft weiter ihren Prozess. Ich habe nach zwei Monaten erst um 14 Tage verspätet meine Tage bekommen. Da war ich erst mal durcheinander, denn normalerweise kann ich die Uhr danach stellen.;) Ich habe mich aber selbst beruhigt und abgewartet, anstatt in wilden Aktionismus zu verfallen, wie ich es zuweilen von mir kenne. :D Ich denke schon, dass hier ein Zusammenhang zur Rohkost besteht, denn so was gab es bei mir noch nie, egal wie viel Stress ich. Entsprechend war meine Haut Spiegelbild meiner Hormonschwankungen!^^ Aber ich merke, dass ich gelassener damit umgehe, zumal wirklich positive Veränderungen im Gange sind. :) Ich trage immer noch kein Make-Up, nur an manchen Stellen Abdeckstift und behalte den kosmetischen Kurs "as simple as possible" bei.

Wie fühle ich mich?

Erst mal: Ein Danke an Lea von Vegan in Berlin für den Austausch! :) Du hast mir mit deiner Sichtweise die Möglichkeit gegeben, nochmals hinzuschauen und genauer zu reflektieren!
Mit der Ernährung selbst fühle ich mich grundsätzlich sehr wohl, auch wenn nicht jeder Tag gleich verläuft. An manchen Tagen bin ich ständig am Futtern, aber die Herausforderung ist, dies so anzunehmen und gleichzeitig zu schauen, was mich (wirklich und auch auf psychischer Ebene) satt macht. Zum Teil habe ich das Gefühl m, dass es drum geht, meinem Körper und den angemeldetetn Bedürfnissen mehr zu trauen. Womit wir im Thema drin wären: Ich möchte mir keinen Stress mit Essen machen. Deswegen habe ich bis heute keine einschlägigen Theoriebücher zum Thema "Rohkost" gelesen. Ich will gar nicht wissen, welche Kombinationen "gar nicht gehen" und welche Rohkost angeblich die Richtige ist! Auch will ich Essen nicht in "gut" oder "böse" kategorisieren. Bei solchen Gedanken schellen bei mir die Alarmglocken, wenn ich mich auch nicht immer frei davon machen kann. Darin liegt für mich die Herausforderung: Wahrnehmen, annehmen, let go! Klingt einfach, ist es aber natürlich nicht immer! ;)
Feste Ernährungsformen können Sicherheit schaffen: Da  ist schon mal jemand diesen Weg gegangen, der sich (vermeintlich) damit auskennt. Da ist es ein wenig wie mit der Relogion: Es gibt schon eine vorgefertigte "Wahrheit", um die ich mir keine Gedanken machen muss!:D Und das ist ok. Ich kann´s verstehen, aber weil ich ein Revoluzzer bin, muss ich es halt anders machen und bild mir dabei ganz gewiss nicht ein, dass ich es besser weiß.;)
Jede Theorie mag ihre Berechtigung haben und auch auf viele Menschen zutreffen. In den Raum stellen möchte ich, dass es auch möglich sein könnte, dass Menschen dieselben (Rohkost-)Erfahrungen machen, weil sie sozusagen "hypnotisiert" sind von dem, was Guru xy gesagt hat. Und nur weil viele, viele Menschen Einsichten gewonnen haben, muss es ja nicht für jeden funktionieren oder gar stimmen, oder? Schließlich gab da auch mal so eine Zeit um 1940 herum, da... Ich bin schon still!^^

Ausblick:
Fest steht: Ich möchte meinen Weg intuitiv gehen, keine Glaubenssätze in Bezug auf Richtig und Falsch übernehmen, da ich denke, dass jeder Mensch letztlich seins finden muss und es auch tut. Ich vermag mir Rat zu suchen, aber ich kann nur in der Praxis herausfinden, was mir gut tut. Ich DARF hinterfragen und hinterfühlen!!! Und vielleicht komme ich sogar zu denselben Schlüssen wie Guru Heinz Wilhelm und seine Anhänger.:) Dann geschieht es aber aus mir selbst heraus. Ich möchte meinen eigenen Prozess durchlaufen. Ich möchte nicht, dass ich vor lauter Stimmen im Außen meine eigene nicht mehr höre...
Ich hoffe, ihr missversteht mich nicht: Ich will mich über niemanden stellen, der einen anderen Weg geht und seine Vorbilder in der Rohkostszene hat. Ich halte mich nicht für "weiter". Ich bin im Gegenteil so was von grün hinter den Ohren! :D Oh yeah, baby! Und das ist ok. Ich bin ok. Du bist ok! Ich spreche nur für mich. Wer bin ich denn, dass ich nach drei Monaten irgendwem raten wollen würde? ;) 
Ich traue jedem zu, seinen eigenen Weg zu finden, mit allem Stolpern, was dazugehört. Ist halt die Frage, ob Mensch sich das selbst zutraut? Grad, wo man doch immer wieder hört, wieviel man falsch machen kann! Ich will übrigens nichts Anderes behaupten!^^ 

+++++

Marinas Kardamom-Kugeln
Wenn ihr bis hierher gelesen habt, verdient ihr was Süßes. Bei diesem Rezept handelt sich um die sündhaft leckere Kügelchen von Marina, die es bei meinem 1. roh-veganen Potluck gab. Ich habe das Rezept nachempfunden und geringfügig gepimpt! :) Wem der Pfeffer zu abwegig erscheint, lässt ihn einfach weg. Mir war nur grad danach! :D So lecker mit Yogi-Chai!


Bild: Ralph Conway


Zutaten für 16-18 Kügelchen:
150g Datteln Deglet Noir
100g Paranüsse
Samen von 12-14 grünen Kardamomkapseln 
5-6 kräftige Umdrehungen mit der Pfeffermühle

Zubereitung:
1. Datteln 2 Stunden einweichen. (Wer das unterlässt, benötigt mehr Paranüsse.)
2. Paranüsse mit der Küchenmaschine mahlen. Ich habe sie in Ermangelung derselbigen grob gehackt und dann mit der elektrischen Kaffeemühle gemahlen. 
3. Datteln mit dem Messer klein schnibbeln bzw. direkt zu den gemahlenen Paranüssen geben.
4. Die Samen aus den Kardamomkapseln mit dem Mörser zerstoßen und mit dem Pfeffer zum Rest der Masse geben.
5. Alles zu einer homogenen Masse mixen/ pürieren. 
6. 16-18 Kugeln daraus formen. Wenn die Gier nicht zu groß ist, diese im Kühlschrank oder kurz im Gefrierfach noch etwas "nachhärten" lassen.;)

 +++++
   
Für alle, die es wissen wollen oder auch nicht: Heute um 0:00 Uhr läuft mein Gewinnspiel zum 1. veganen Geburtstag aus! :) Allen Teilnehmern drücke ich feste die Daumen!

Frau Momo wünsch euch allen ein wunderschönes Wochenende und verabschiedet sich mit einem neuen

Schmankerl des Tages:
Eine Leserin, die lieber anonym bleiben möchte, empfiehlt Raw on 10. Ihr gefallen die Rezepte,  obwohl sie sich sonst gar nicht so für Rohkost interessiert. Ich lasse mich ebenso immer wieder gern von Lisas Seite inspirieren. Wer sie noch nicht kennt: Hier findet ihr rohe Rezepte "on a budget", also Gerichte für einen ganzen Tag, die insgesamt 10 Dollar oder weniger kosten! Es geht also auch günstig(er)! ;)


Zum Weiterlesen:
Mehr Schmankerl des Tages
Noch mehr Rohkost?

Kommentare:

  1. Ich liebe Datteln und Paranüsse ebenso - also muss das eine gar köstliche (aber recht gehaltvolle) Kombination sein! Vermutlich kann man sich dabei noch weniger beherrschen, als wenn man die zwei Hauptzutaten vernascht...
    Ich bin ja so gespannt, wen das Los trifft :)

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    1. Ja, gehaltvoll schon - das stimmt! ;) Insofern schaff ich da gar net so viel von! Wenn ich die Nüsse pur esse, krieg ich mehr verputzt! :D
      Ich bin auch so was von gespannt. V.a. trudeln so auf den letzten Drücker noch einige Antwortmails ein...;)

      LG, Frau Momo

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  2. OH!MEIN!GOTT! Kardamomkugeln, ich sterbe gerade!! Die will ich SOFORT nachmachen!!! Bloß Paranüsse mag ich nicht so, und ich hab auch nie welche da. Ob das auch mit Cashews geht? Ich glaube das probiere ich mal aus :-)

    Herzlichen Dank für das Rezept <3

    Beste Grüße,

    Kivi

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    1. :D Hihi, noch ne Kardamomliebhaberin!^^ Das geht sicher. Der Fettgehalt ist halt viel niedriger. Hasel- und Pekannüsse reichen da noch eher an Paranüsse dran!;) Das macht dann sicher schon nen Unterschied. Aber erzähl doch einfach mal, wie´s dir geschmeckt hat! :)

      LG, Frau Momo

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    2. leider habe ich zu viel wasser genommen, weils mein blender nicht gepackt hat... nun trocknen sie in meinem sedona vor sich hin, und ich hoffe die konsistenz wird noch etwas besser. aber der "teig", den ich vorher schon genascht habe, war einfach WOW! noch mal herzlichen dank für das rezept! ich glaube damit kann ich einem freund eine riesige freude machen, wenn ich sie etwas besser herstellen kann :D

      beste grüße,

      kivi

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    3. :) Beim nächsten Mal klappt´s sicher besser.♥ Ganz fein hacken plus Pürierstab ging net? Egal - die schmecken sicher auch getrocknet sehr lecker! Ich habe grad auch meine Wochenendsladung drin! ;)
      btw: Welche Nusssorte hast du denn nun genommen?
      LG, Frau Momo

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    4. Ich gestehe... ich war zu faul zum Hacken... Ich gelobe Besserung! Und zur Not versuche ich es dann im Vitamix. Aber für diese Minimenge wollte ich den nicht unbedingt schmutzig machen und hab es mit dem Blender versucht.
      Cashews sind es geworden, Paranüsse habe ich keine gefunden, und Haselnüsse mag ich nicht so.

      Beste Grüße,

      Kivi

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    5. Das Hacken erleichtert´s schon. Naja, und wenn´s lecker ist, machste demnächst einfach ne größere Menge im Vitamix, und dein Freund freut sich!^^

      LG, Frau Momo

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  3. Im übrigen haben wir gestern gegrillt, das "Mit-Kind" (Tochter meines (Partners) ist 23 geworden... Es gab für alle viel Pute und Rinderfilets und Würste (die wurden aber nicht mehr geschafft)... ich hatte für mich experiementiert und Soja-Rinderfiletstreifen gekauft sowie Würstchen. Es hat mir ganz gut geschmeckt, alle haben es zumindest auch probiert (fanden zumindest essbar) :)
    Ich bin für mich mit meiner Umstellung ganz zufrieden...

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    1. Das finde ich so super. Auch dass die Anderen zumindest probiert haben! :) Ich wünsch dir, dass es dir weiterhin gut geht mit der Umstellung und viele schöne, neue Eindrücke samt tolerantem Umfeld! :)
      LG, Frau Momo

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  4. So wie hier die Rohkost beschrieben wird, finde ich das wunderbar :)Jetzt, wo das Wetter wieder besser wird, freue ich mich schon darauf, den RK-Anteil in meinem Essensplan wieder deutlich zu steigern. Leider koche ich zu gerne (mit Freunden) und ess zu gern warm, als dass eine komplette Umstellung - momentan! - infrage käme ;)

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    1. Liebe Susanne,
      es ist doch nicht schlimm, dass du gerne kochst. :) Es ist doch besser, du hörst auf dieses BEdürfnis, als wenn du dich mit etwas kasteist, was dir jetzt (noch?) nicht entspricht. Vielleicht wächst du rein, vielleicht auch nicht. Alles ok. Und es ist doch auch schon viel gewonnen durch die Steigerung des Rohkostanteils! :)
      Oh ja, der Sommer! Endlich wieder lange Abende auf der Terrasse! :)
      Liebe Grüße,
      Frau Momo

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  5. Liebe Frau Momo :-),
    ich habe gerade die Kardamomkugeln gemacht. Köstlich! Dieser grüne Kardamom ist schon was spezielles, ich habe ihn zum ersten Mal verwendet. Hab nur 12 Kapseln genommen, das nächste Mal nehme ich mehr.
    Allerdings war mir die Masse viel zu süß, ich habe dann noch einiges mehr an gemahlenen Paranüssen und auch noch gemahlene Mandeln untergeknetet.
    Ich habe die Datteln auch nicht eingeweicht. Nachdem mir mal ein ganzes Glas mit selbst gemachtem Cashewmus verschimmelt ist, werde ich nie mehr Nüsse oder Trockenfrüchte in Wasser einweichen. Ich habe im Nachhinein erfahren, dass es durch den Wasseranteil zu Bakterien- und Schimmelbildung kommen kann. Ich esse diese feinen Sachen in der Regel alleine auf und deswegen müssen sie eine Weile haltbar sein.
    Vielen Dank für das Rezept und Deinen Blog und überhaupt ...
    Helga

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    1. Huhu Helga,
      fein, dass es dir gemundet hat. Ja, die Dinger sind sehr süß, aber man kann das Rezept ja prima variieren, wie du es bereits getan hast. Ich esse seit meiner Verrohung gerne mal klebrig-süß. Das Einweichen hat für mich zwei Gründe: Ich habe keine Küchenmaschine, und Nüsse werden durch das Einweichen besser verdaulich, wobei ich das nur mache, wenn ich sie mit Flüssigkeit püriere, sonst ist das nur ne elende Batzerei.
      Ich kann aber deine Punkte nachvollziehen. Da darf man halt abwägen, worauf man mehr Wert legt...

      Liebste Grüße und danke für deine lieben Worte,
      Frau Momo♥

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