Sonntag, 7. April 2013

Von verwaisten Altären und dem "Seelenvogel" (Buchempfehlung)

Verwaiste Altäre
In unserem Haus gibt es nicht nur einen Altar. Dazu bin ich viel zu Feng-Shui-begeistert und habe für alle möglichen Themen eine eigene Ecke oder einen Altar: einen persönlichen, einen weiteren für die Partnerschaft, noch einen für äußere wie innere Fülle...
Wie das so ist, wandeln sich die Dinge im Laufe der Zeit. Manche Altäre werden hinfällig, müssen umziehen, die Energie stimmt nicht mehr. Es kommt vor, dass sie eine Weile völlig verwaisen, bis ich einen Rappel kriege und alles neu ausrichte und ordne.
Bis vor kurzem habe ich Yoga im Wohnzimmer gemacht, obgleich ich eigentlich einen eigenen Bereich habe, ein Zimmer, wo ich die Tür zumachen kann. Etwas, das ich sehr schätze. Aber: Ich liebe unseren Wohnraum einfach so sehr, weil er so licht und großzügig geschnitten ist! Dann merkte ich aber, dass er mir für Yoga zu unruhig und lebendig war - es ist einfach der Raum, wo viel passiert, gesprochen wird, der mehr der Aktivität gewidmet ist. Also bezog ich in mein Zimmer endlich. Ich dachte direkt zu Beginn: "Hier musst du mal wieder etwas Feng Shui betreiben!" Das Zimmer war einfach gar nicht vorbereitet. :D Gedacht und das war´s dann erst mal.
Letzten Endes half mein Katerchen mir wieder auf die Sprünge, der so oft mein Guru ist. :D Und das kam so: Vor gut zwei Jahren verstarb mein Vater sehr unerwartet. So kam zu den vielen Altären einer zu seinem Gedenken hinzu. Immer wieder in letzter Zeit fiel etwas um. Mir gefiel er außerdem nicht mehr. Vor 3 Tagen - 2 Tage nach dem Geburtstag meines Vaters - stand ich in der Küche und hörte plötzlich einen Knall aus meinem Zimmer. Nachgeschaut, entdeckte ich einen Kater am Boden nebst kaputtem Bilderrahmen und zwei Fotografien meines Vaters. Mir stiegen sofort die Tränen in die Augen. Doch kurz darauf begriff ich: Es wurde Zeit, diesen Altar aufzulösen, denn auch er verstaubte mittlerweile, war tot. Wie eben mein Vater. Die Erinnerung an ihn lebte aber, und ich erkannte: Sie brauchte keine gesonderte Stellung mehr: Fotos und "Requisiten" durften sich integrieren.

 
Gestern dann war es so weit: Gleich mehrere Stellen im Raum bekamen ihre Aufmerksamkeit, wurden neu gestaltet. Bilder wurden umgehängt, und auf dem Regel, zu dem ich mich beim Yoga immer ausrichte, entstand ein Altar, wie ich ihn früher nie für mich gestaltet hätte: Einen, der sehr einfach und auf´s Wesentliche reduziert ist. Denn genau das brauche ich bei Yoga und Meditation: Keine Ablenkung für meinen unruhigen Geist. Der steigt nämlich nur zu gerne aus, hängt mal profanen Gedanken nach und schwingt sich dann wieder in ach so spirituelle Höhen auf*g. Nur ist er eben nicht mehr bei der Sache! ;) Mein neuer Altar samt seiner Bestandteile steht für mich v.a. unter dem Thema "Konzentration und Ausgewogenheit": Seele, Geist, Körper, Kind und Erwachsene, Platz für Veränderung - alles da.
 
Der Teddy, den ihr links seht, entstammt der "Good-Bears-of the World"- Organisation, welche Teddies an Kinder in Notlagen verteilt. Diese Initiative lag meinem Vater sehr am Herzen. Daneben findet ihr den "Seelenvogel", ein Buch, das ich euch gleich näher vorstellen möchte. Darauf befindet sich ein Schmetterling, Symbol für Transformation. Rechts steht eine kleine Frauen-/ Göttinnenstatue. Ich habe sie einst auf dem Flohmarkt entdeckt und seitdem steht sie für mich für weibliche Wurzelkraft. Dahinter seht ihr eine Aura-Somaflasche. Nicht irgendeine. Es ist die, die sich mir völlig unverhofft im Rahmen meiner Ausbildung bei Aura-Soma als Seelenflasche zeigte, eine Erinnerung an meine Essenz sozusagen. Das Solitaire im Vordergrund ist ebenfalls ein Flohmarkfundstück - ich liebe Flohmärkte einfach.:) Das Spiel repräsentiert für mich Konzentration und Ausgerichtet-Sein, zwei für mich sehr wesentliche Qualitäten im Yoga und in der Meditation. 
Rechts und links brennen, wenn ich praktiziere, zwei Teelichter und manchmal auch ein 
Räucherstäbchen. 
Zu guter Letzt findet sich über all dem ein einziges Bild. Vorab hingen - sehr unruhig - gleich drei sehr verschiedene und "zu gefühlsgeladene" Bilder an der Wand, so dass mein Blick und ich ständig abgelenkt waren. Dieses eine hier, "Die Brücke zum Jenseits", ist von Hanne Reinhardt, die übrigens die Frau meines Daddys war und u.a. Seelenbilder malt. Es ist das einzige Bild, das ich hier gut haben kann! :)


Buchempfehlung: 
"Der Seelenvogel"* (von Michael Snunit und Na'ama Golomb)

Wie schon oben angekündigt, möchte ich diesen Beitrag nutzen und denen unter euch, die den "Seelenvogel"* noch nicht kennen, diesen näher vorstellen. Auch dieses Büchlein fand seinen Weg über den Flohmarkt zu mir, wobei ich es schon Jahre kenne, aber nie selbst ein Exemplar besessen habe. Bis gestern. :)
"In der Seele, in ihrer Mitte, steht ein Vogel auf einem Bein. Der Seelenvogel. Und er fühlt alles, was wir fühlen." So beginnt das aus dem Hebräischem stammende Kleinod, das ich euch sehr ans Herz lege. Es handelt vom Seelenvogel, Hüter über unsere Gefühle und so etwas wie ihr "Sprachrohr". Jeder von uns hat so einen Seelenvogel in sich. Und so unterschiedlich, wie wir sind, so unterschiedlich zeigt sich auch der Seelenvogel: mal traurig oder wütend, dann wieder fröhlich und vertrauensvoll. Je nachdem, wie wir mit ihm umgehen und ob wir uns ihm zuwenden und zuhören, zeigt er sich im Außen. 
Ein Buch für Kinder, denkt man, wenn man die einfache Gestaltung und die kurzen Sätze oberflächlich betrachtet. Aber diese Worte, die Klarheit gehen direkt ins Herz. Zumindest ging es mir so, a ls ich es gestern meiner Freundin zum ersten Mal nach Jahren laut vortrug.  Wieder Tränen ob der gefühlten Wahrheit und Liebe, die aus den Worten und Bildern sprach.
Keine Moralkeule, keine Intellektualisierung, kein Fegefeuer, sondern eine Möglichkeit und eine Einladung. Ich will keine großen Worte verlieren. Wenn ihr den "Seelenvogel" noch nicht kennt: Tut euch selbst den Gefallen und schenkt euch dieses Büchlein*. Und gern auch euren Lieben. Aber erst mal euch selbst! ;)

Kennt ihr den Seelenvogel, und wie gestaltet ihr eure Altäre? Sind sie auch einem Wandel unterworfen?

Auf diesem Weg mal ein Dankeschön für eure anhaltenden Anregungen, eure Kritik, die Inspiration und das liebe Feedback, das mir immer wieder in Form von Kommentaren und Mails zuteil wird. Ich bin reich beschenkt durch euch, meine lieben Leser!
Von Herzen alles Liebe,
Frau Momo

Kommentare:

  1. Vielen Dank für den Buchtip, ich kenne den Seelenvogel noch nicht, aber so wie Du ihn beschreibst, scheint er gut zu mir zu passen.

    Mit den Altären geht es mir ähnlich, irgendwann ist einfach die Zeit für eine Wandlung bzw. Veränderung, ohne das den Personen oder Dingen dadurch weniger Aufmerksamkeit zuteil wird.

    Wüsch Dir noch einen schönen Sonntag
    Silberweide

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    1. Gerne doch! :)
      Danke für deine Erfahrungen! :)

      LG und dir ebenso einen schönen Sonntagabend,
      Frau Momo

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  2. Und ich denke immer, ich bin die einzige, bei der die Altäre Junge kriegen... ;-) Der Versuch, den einen, einzigen für alles zuständigen Altar zu kreieren ist seit Jahren ins Leere gelaufen.

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  3. Ich denke auch, dass es so viele unterschiedliche Themen gibt, wie auch verschiedene Schwerpunkte, die man jeweils setzen will. Wieso also alles quetschen, wo man doch genügend Platz für "Ableger" hat!;)

    LG, Frau Momo

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  4. Ich habe auch viele Altäre für unterschiedliche Themen: Ein Küchenaltar, ein Wohlstandsaltar, ein Meditationsaltar ... Die räume ich auch immer wieder mal um und stecke so immer Bewusstsein und Mühe in diese Themen, wenn auch nur in den Mikrokosmos des Altars - aber wie im Kleinen, so im Großen ...

    Dein Altar sieht vor allem richtig schön persönlich und bedacht aus, das finde ich toll! Und das Buch klingt auch interessant.

    LG
    Liath

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    1. Danke dir!♥ Ja, ich glaube darum geht es: Raum für Bewusst-Sein schaffen! :)

      LG, Frau Momo

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