Montag, 13. Mai 2013

Filmbesprechung: Im Kopfstand zum Glück

Schon vor Wochen habe ich mit halbem Auge bei Amala u.a. eine Empfehlung für den Film
Im Kopfstand zum Glück* von Irene Graef gelesen. Was genau das für ein Streifen sein sollte, habe ich schon nicht mehr mitbekommen, aber es ging um Yoga und so "musste" ich ihn mir natürlich ansehen. :D Und welcher Tag hätte besser dazu angetan sein können wie ein verregneter Sonntag?


Die Regisseurin begleitet in der 93-minütigen Dokumentation aus dem Jahre 2011 zwei Frauen und zwei Männer auf ihrem Weg zum Yogalehrer. In dem modernen Berliner Studio, Spirit Yoga, von Patricia Thielemann-Kapell, absolvieren diese Menschen ihre Ausbildung. Ein Werbefilm, wie der Vorwurf vielleicht laut wird? Mitnichten! Irene Graef, die mittlerweile selbst eine Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen hat, ist in Zusammenarbeit mit Schülern und Frau Thielemann-Kapell ein sehr authentischer, wahrhaftiger Film gelungen.

Dieser bietet keine Antwort auf die Frage, was genau thematisch in der Ausbildung behandelt wird oder was am Ende dabei "rauskommt". Er zeigt vielmehr vier Menschen auf ihrem Entwicklungsweg, erzählt von Sinnsuche, Stärken und Schwächen, Krisen und Fortschritten, vom Werden und Sein. Er zeigt keine perfekten Yogis und Yoginis, sondern schlicht Menschen, die wie du und ich ihre Themen haben. Neben Unterrichtsausschnitten, ersten Anleitungsversuchen und Reflektionsgesprächen bekommen wir hier auch sehr viel Einblick in die Privatsphäre, in Beruf und Familienleben der jeweiligen Schüler: Wir erleben diese mit ihrer Familie, ihren Zweifeln und Erfolgen - kurz: mit ihrem So-Sein. Der Film geht über das Erwartete hinaus: Er bezieht den gesamten Menschen mit ein und zeigt auch das, was man sich oft nach einem "Happy-End", in diesem Fall dem erfolgreichen Ausbildungs-Abschluss, fragt: Wie geht es weiter? Leben und lehren sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende? Das wird hier und heute natürlich nicht verraten.;)

In meinen Augen ist es Irene Graef gelungen, eine sehr sensible, ehrliche, nicht-wertende Dokumentation zu produzieren. Hier hat sich jemand wirklich Zeit für den Dreh und die Personen genommen. Zudem beweist Frau Graef nach meinem Empfinden wirklich Gespür für den Geist des Yoga und ein Gefühl dafür, die vier Portraits anschaulich und unaufgeregt miteinander zu verweben. Das Ergebnis ist nicht laut, auf eine wohltuend-liebevolle Art und Weise beobachtend, nah, ohne ohne "mitzuschwimmen". Ich war immer wieder berührt, teils, weil ich mich selbst wiedererkannt habe, aber auch weil Irene Graef ohne Lametta auskommt, sondern die Menschen und ihr Sein für sich sprechen lässt, ohne sie bloßzustellen. Ich war sofort in Kontakt, als säße ich mit dabei. 

Fazit: 
Für Menschen, die für sich eine Ausbildung zum Yogalehrer erwägen, aber auch für solche, die eine gewisse Offenheit für die Thematik und ein Interesse für menschliche Portraits  haben, eine eindeutige Empfehlung. Selbstverständlich lebt jede Ausbildung mit dem jeweiligen Spirit von Ausbilder und Teilnehmern, ist also niemals gleich. Dennoch wurde für mich sehr greifbar, dass es nicht darum geht, fertige Lehrer auszuspucken, sondern den Mensch und seine Entwicklung ins Zentrum zu stellen, wobei das schlussendliche Unterrichten eine Möglichkeit sein kann, wie die Story ausgeht...
Ebenfalls sehr menschlich: die beiden Interviews mit der Ausbilderin, Patricia Thielemann-Kapell und Filmemacherin, Irene Graf.

Trailer:
Leider konnte ich den Fim-Trailer aus irgendeinem Grund nicht direkt hier laden. Insofern folgt bitte bei Interesse diesem Link! :)


Frage: 
Kennt Ihr den Film* und was haltet ihr von ihm? Welche guten Yogafilme kennt ihr - abgesehen vom Atmenden Gott* noch? Willkommen sind mir sowohl Dokumentationen, biografische, geschichtliche oder sonstwie themenbezogene Filme! :)

Euch noch einen wunderschönen Feierabend,
eure Frau Momo

PS: Als ich gerade auf der Suche nach dem heutigen Schmankerl des Tages
war, bin ich rein gefühlsmäßig an der Buchempfehlung von Anonym hängen geblieben. Sie schrieb dazu, "Der Duft des Regens" von Frances Greenslade  sei "ein wunderschönes, poetisches Buch. Obwohl es kein Fantasybuch ist, hat es, in der kanadischen Wildnis spielend, für mich etwas mystisches. Irgendwie hat es auch mit dem einfachen Leben zu tun."

Kommentare:

  1. schön, daß dir der film so gut gefallen hat!

    ich habe jetzt die dvd's von maya fiennes und satya singh bekommen und schaue mich da gerade durch, aber das sind sicherlich keine "filme" im eigentlich sinn.

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    1. Liebe Amala,

      Maya Fiennes ist sozusagen diejenige, die mich ans Kundaliniyoga ranführt mit ihrer DVD-Reihe "Eine Reise durch die Chakren".
      Satya Singhs DVD kenne ich noch nicht. Berichte doch mal, wie sie dir gefallen hat! :)

      LG, Frau Momo

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  2. Liebe Momo,
    vielen Dank für diesen tollen Doku Tipp!
    Den muss ich mir unbedingt anschauen!
    Liebe Grüße

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  3. Liebe Frau Momo!

    danke - heute war gar nicht mein Tag..aus diversen Gründen (schmerzhafter aber nötiger Eingriff beim Arzt - Elternsprechtag mit despotisch anmutender Lehrerin - hach, und was Frau noch so nicht braucht) Und dann, mitten im Selbstmitleid und Selbstzweifel (es suhlt sich darin so schön!) kommt dieser Tipp, der mir mal kurz den Abend rettet. Ich will im Herbst eine Yogalehrerausbildung starten und der Film...der ist sicher ein kleines Zeichen nicht zu verzagen.

    In diesem Sinne - kam dein Post gerade recht :-)
    Hab einen schönen Abend
    aus dem Tief gekrabbelt grüßt

    Silja

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    1. Liebe Silja,

      ach, wie unschön und dann doch wieder schön! :)
      Eine Yogalehrer-Ausbildung? Das finde ich so spannend. Hast du dich schon angemeldet? Ich liebäugle ja auch damit, hab aber das Gefühl, dass es grad mehr drum geht, im Prozess zu sein, anstatt direkt loszulegen.;)

      Liebste Grüße und eine liebe Umarmung,
      Frau Momo

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    2. Huhu Frau Momo,

      ich liebäugel schon ganz schön lange für mich aber hatte lange ein "kann ich das?" und viele andere Gedanken, die mich abgehalten haben. Und dann - dann hatte ich in einem Coaching welches ich genießen durfte eine "Vision" von mir - und da war klar, das muss sein :-). Also glaube ich, solange der Prozess dran ist, ist er dran und irgendwann ist klar, ob das sein muss oder nicht. Angemeldet ja - aber der formelle Vertrags-Akt fehlt noch. Geht auch erst im Herbst los. Heute ist auch alles wieder gut in meiner Welt, darum noch einmal danke für die schöne Anregung gestern.

      Bis bald

      Silja

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    3. Liebe Silja,
      ach, schön, dass es dir wieder besser geht. Ich war gestern auch nicht in meiner Mitte, aber das war letztlich gut so. Durchs Dunkel geht´s wieder ins Licht, auch wenn´s manchmal dauert!^^
      Ich unterschreib das genau so, wie du es beschrieben hast mit dem Prozess. In erster Linie machen wir ja so eine Ausbildung meist für uns. Und wie´s dann weitergeht, zeigt sich dann eh! ;)
      Wär schön, wenn wir uns darüber weiter austauschen könnten, wo du lernst, wie es dir mit der Ausbildung geht... Kannst mich ja mal, wenn du magst, anschreiben...

      Dir noch einen wunderschönen Tag,
      Frau Momo

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