Freitag, 21. Juni 2013

16. Junikalender-Türchen: "Schubladen in unserem Kopf"


Bei der heutigen Bloggerin hat es etwas sehr Merkwürdiges auf sich: Ich bin erst vor einigen Wochen auf Siljas Blog Entspannt glücklich und noch später auf das vegane Pendant Entspannt vegan aufmerksam geworden (Edit: heute zum Glücksplaneten zusammengefasst). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine 20 Blogger für den Junikalender bereits beisammen, dachte aber immer wieder in den vergangenen Wochen: "Schade, dass ich nicht eher auf Siljas Blog gestossen bin. Beim nächsten Mal fragst du sie!"
Nachdem ich einen kurzfristigen Rücktritt von einem meiner Teilnehmer verbucht hatte, zögerte ich: Sollte ich so knapp vor dem anvisierten Datum noch mit einer Anfrage ankommen? Letztlich sagte ich mir, dass Silja schließlich absagen kann. Tat sie aber nicht, wofür ich ihr unendlich dankbar bin! Anscheinend sollte es so sein. Nicht anders kann ich mir erklären, dass sie mir immer wieder im Kopf herum ging. ;)
Entspannt glücklich befasst sich mit Themen rund um genau dieses Motto: Entspannung, Glück, Kommunikation und Veränderung. Silja wartet immer wieder mit spannenden Studien auf, aber auch mit viel Selbsterfahrung und -versuchen, Büchern, Artikeln zu Yoga und vielem mehr! :) Entspannt vegan meint das, was auch Einfach - Vegan - Leben meint und beinhaltet ein Rundumpaket, was eine entspannte, vegane Lebensweise anbelangt, so wie Silja sie versteht. Tolle Blogs, tolle Frau! 
Ein Riesendankeschön an dich, meine Liebe, dass du eingesprungen bist! Du bist keinesfalls zweite Wahl! :) Und wenn ich ehrlich bin, ist dein Beitrag sehr passend zu dem Umstand, dass wiederholt Blogger bei mir abgeprungen sind. Da darf ich ebenfalls in den Spiegel schauen! ;)
Logo: Silja
Mensch, Mensch, ganz schön aufregend auf einem anderen Blog für eine andere Bloggerin etwas zu schreiben. Gefreut habe ich mich, als Frau Momo mich zum Junikalender eingeladen hat. Denn, ich bin zwar „schon“ seit Oktober letzten Jahres mit meinem Blog aktiv, aber eine Art Routine will sich noch nicht einstellen. Zum Glück eigentlich. Und es ist halt, ich wiederhole mich, noch aufregender für jemand anderen zu schreiben. Es fühlt sich so ähnlich an, wie der Moment, wenn man ein Restaurant vorschlägt und sich dann, wenn man da ist, der ängstliche Gedanke einschleicht, es könnte keinem gefallen. Aber weg mit den Zweifeln - auf jeden Fall eine schöne Idee und hiermit dickes Dankeschön an Frau Momo, ich hab nämlich dank des Kalenders schon einige tolle, neue Blogs gefunden. 
Wer bin ich? Ich bin Silja - verheiratet, drei Kinder und arbeite als Trainerin und Coach. Alles toll also. Tja, und trotzdem (oder gerade deshalb?) scheint mir das Leben manchmal anstrengend. Wo wir schon beim ersten Blog wären. Der dreht sich um mich, mein Leben und das, was ich für mich so lese (ich liebe Psychologie und Ratgeber aller Art), was ich ausgrabe, ausprobiere oder auch geraten bekomme, um es mir einfacher und leichter zu machen. Denn es gab eine Zeit in meinem Leben, die war sehr weit von entspannt entfernt und darum auch ganz schön weit weg von glücklich. Darüber schreibe ich also auf entspannt glücklich. Nebenbei liebe ich auch noch veganes Essen und schlage mich so durch, um es diesbezüglich meiner Essens-verwöhnten Familie recht zu machen – gar nicht so einfach. Alles, was mir hier an Rezepten oder Ideen hilft, auch das Thema Essen entspannt anzufassen, findet Platz auf entspannt vegan. Ich liebe beide Themen. 

Schubladen in unserem Kopf
So, jetzt habt ihr sicher einen ersten Eindruck von mir. Und um Eindrücke soll es auch heute gehen. Ständig haben wir von Menschen einen solchen. Einen ersten Eindruck, einen letzten Eindruck. Und machen uns viele Gedanken, bewusst und unbewusst, damit auch der Eindruck, den andere von uns gewinnen, zu dem passt, was wir zeigen wollen. Aber haben wir darauf wirklich einen Einfluss? Meine schlaue Oma wusste einiges zum dem Thema: „Kind, zieh dich ordentlich an, der erste Eindruck zählt!“ oder: „Kind, verabschiede dich immer nett, das bleibt hängen!“. Es gibt auch zig Studien, die die Macht des ersten und letzten Eindrucks belegen. Dazwischen muss schon ganz schön was passieren, damit das mit dem Eindruck sich noch groß bewegt. Tatsächlich machen wir uns nämlich in Null Komma nix einen Eindruck von jemanden – und, erschreckend aber wahr: wir merken das noch nicht mal. Ich finde das furchtbar. Bemühe ich mich doch so sehr den Menschen mit offenem Herzen, mit Freundlichkeit zu begegnen – und dann – zack! - macht mein Kopf mir einen Strich durch die Rechnung, schiebt jemanden in eine Schublade und ich merke es erst, wenn ich meinen unterkühlten Ton und die hochgezogene Augenbraue bemerke. 

Bild: Silja
Ich habe gelernt, dass das viel mit mir selbst zu tun hat. Irgendwo (leider vergessen, wo) habe ich gelesen, dass das, was wir an anderen nicht mögen, Teile von uns sind, die wir auf die anderen projizieren. Ha! Und dazu habe ich eine kleine Übung, die mir mal viel Spaß gemacht hat und die ich seitdem verbreite. Mir hat sie nämlich geholfen meine eigenen Schubladen besser zu verstehen: Denkt mal an Menschen, die ihr sehr mögt (Namen aufschreiben) und Menschen, die ihr nicht so mögt (auch ruhig die Namen aufschreiben). Ein paar Namen reichen. Und dann überlegt mal, was von dem, was jetzt kommt, passt. Wann mögen wir Menschen? Wann nicht? Und was sagt das über uns und über das, was uns wichtig ist aus? Ich habe folgende Ideen dazu:
Wir mögen oft Menschen,
  • die uns an jemanden erinnern, den wir sehr mögen oder gemocht haben
oder
  • die eine Seite haben, die wir auch gerne hätten. Wir bewundern sie also für diese Seite
oder
  • die eine Seite haben, die wir auch haben und an uns mögen. Dann mögen wir die Ähnlichkeit und ein wenig auch unser Spiegelbild im anderen.
Und wenn wir jemanden nicht mögen? Wir mögen Menschen oft nicht,
  • die uns an jemanden erinnert, den wir gar nicht mögen oder mochten.
oder
  • die etwas tun, was wir nie tun würden. Ein Verhalten, eine Meinung, etwas das wir ablehnen. Vielleicht weil es gegen unsere tiefsten Werte verstößt? Oder weil wir uns das selber nie gestatten würden?
oder
  • die etwas haben, was uns an uns selbst erinnert. Aber leider an eine Seite, die wir an uns kennen und an uns nicht mögen. Dann bekommen wir auch einen kleinen Spiegel vorgehalten, aber der ist leider nicht so angenehm anzuschauen.
oder
  • die etwas haben, was wir gerne für uns hätten. Dann entwickeln wir Neid.
oder
  • die etwas haben/ machen/ denken, was wir auch an uns kennen. Und wir wären gerne die einzigen, die damit glänzen können. Hier empfinden wir Konkurrenz.
Spannend fand ich das. Und: Seit ich für mich klarer habe, warum ich manche Menschen in die unschönen Schubladen stecke und was das über mich aussagt - seitdem ist es besser geworden. Ich kann, wenn ich merke, was ich tue (klappt nicht immer, da will ich mal ehrlich sein), milder schauen. Auf mich und auf die anderen auch. Dazu muss ich nichts anderes tun, als achtsam sein. In dem Moment, wenn ich auf andere treffe. Wahrnehmen, was in mir passiert. Welche Gefühle und Gedanken aufkommen und auch die unschönen (wer ist schon gerne neidisch oder ein Konkurrenzhammel?) zulassen. Dann wird es besser und ich kann die Augenbrauen unten lassen. Ich finde, das ist schon mal was. Auch für die anderen, die können nämlich nicht immer was dafür, oder?


Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Kommentare:

  1. Was für ein toller Artikel. Ich danke dir von ganzem Herzen dafür. Habe mich gerade auch auf deinem Blog umgesehen - leider fand ich keine Mailadresse. Würde mich sehr gerne mit dir austauschen. Alles Liebe von Nina

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    1. Hallo Nina,

      lieben Dank für das Kompliment. Das freut mich sehr. Wenn du magst, dann schau doch bei FB auf meiner Seite "entspannt glücklich & vegan" und mail mich darüber an? Oder schick mir auf meiner Seite einen Kommentar mit deiner Email, ich gebe ihn dann nicht frei sondern antworte dir nur.

      Freu mich von dir zu hören und auf den Austausch!

      Bis bald
      Silja

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  2. Ach ist das schön geworden! Danke für die einführenden Worte. Geht runter wie (vegane) Butter :-)

    Liebe Grüße und hab einen guten Start ins Wochenende!

    Silja

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    1. Sehr gerne, meine Liebe. Bei mir ist grade Wunschkonzert - alles fluppt! :)

      Liebste Grüße und dir auch ein wunderschönes Wochenende,
      Frau Momo

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    2. na so soll es doch sein :-). Liebe Grüße zurück! Und bis bald

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  3. Danke für diesen schönen Beitrag, liebe Silja! Ich bin bei mir selber auch manchmal erschrocken, wie schnell ich eine Schublade auf- und auch zumache. Deine Achtsamkeitsübung tut gut. :-)
    Liebe Momo, alles hat einen Sinn und findet seine rechte Zeit. Schön, dass es sich gefügt hat, dass Silja bei Dir zu Gast sein konnte.
    Alles Liebe, Martina :-)

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    1. Das finde ich auch, liebe Martina!

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    2. Danke dir Martina! Ich erschrecke mich auch immer wieder. Aber wenn das passiert...dann ist es ja schon gut meine ich. Früher hab ich es noch nicht mal bemerkt...

      Liebe Grüße

      Silja

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