Freitag, 7. Juni 2013

2. Junikalender-Türchen: "Warum sind nicht-menschliche Tiere die Schlaueren?"



"Jeder", der sich auf veganen Blogs herumtreibt, kennt Claudi von “Claudi goes vegan”! Und natürlich ist sie mir auch nicht erst seit gestern ein Begriff. In ihrem Blog versunken bin ich allerdings erst so richtig-richtig, als ich mein roh-veganes Experiment im Februar startete und alles zu lesen begann, was nur irgendwie mit persönlichen Erfahrungen diesbezüglich zu tun hatte. Sehr gelegen kam mir dann auch mein Gewinn eines roh-veganen Coachings mit Claudi, das mich sehr in meinem Weg bestärkt hat. Eben solche Coachings bietet sie seit Neustem auch professionell an. Aber auch sonst ist Claudis Blog immer sehr aktuell, wenn es um Tiere, neue Produkte, Events o.ä. geht!Gesehen haben wir uns noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden!
Dir, liebe Claudi, vielen Dank für deinen tollen Beitrag zum Junikalender.
Logo: Claudi

Ich wurde 82 in München geboren und mit 9 Jahren zur Vegetarierin. Im Januar 2011 bin ich, nachdem ich „Tiere essen“ gelesen habe, dann vegan geworden. Am ersten Tag startete ich meinen Blog “Claudi goes vegan”. Dieser wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und mit viel Herzblut in Tagebuch-Form geschrieben. Mittlerweile ernähre ich mich "rohvegan" - mein gleichnamiges Buch erscheint im Sommer 2013 bei compassion media. Außerdem biete ich Coachings zum Vegan-werden an, Details hierzu sind auf dieser Website zu finden. Ich lebe in und blogge aus München.

Als Frau Momo mich angeschrieben hat, ob ich bei ihrem Junikalender dabei sein möchte, war ich sofort Feuer und Flamme! Welch eine tolle Idee – und warum soll es das nur im Winter geben?

Liebe Momo, ich freue mich auf viele weitere spannende Beiträge und danke dir für die viele Arbeit die du in das Projekt steckst!

auf Hof Butenland, von Claudi fotografiert
Warum sind nicht-menschliche Tiere die Schlaueren?
Ich bin ein harmonischer Mensch. Mir ist es wichtig, dass ich mich gut fühle. Das Gleiche wünsche ich den Menschen in meiner Umgebung. Ich bin davon überzeugt, dass sich meine gute Laune auf andere überträgt. Wir alle sind Spiegel. „Wie du mir, so ich dir!“ - aber im positiven Sinne!


Dennoch gibt es immer wieder Momente im Leben, da kommen mir Zweifel. Schlechte Laune, Aggressivität, Stress, Egoismus und Arroganz scheinen den Alltag mancher Mitmenschen zu bestimmen. Oftmals werden diese schlechte Eigenschaften auf andere übertragen.

Vielleicht kommt dir eine der folgenden Szene bekannt vor?

  • Du hast gerade noch gute Laune auf dem Weg in die Arbeit gehabt. Erscheinst im Büro und dich erwartet ein Kollege, dem offensichtliche eine Laus über die Leber gelaufen ist. Klar kannst du darüber hinwegsehen, dir denken „Ich bin ein Gänseblümchen!“ und die Person links liegen lassen. Trotzdem hat dein Lächeln einen kleinen Seitenhieb abbekommen.
  • Eine Freundin kotzt sich bei dir aus. Obwohl du soeben noch die Ruhe selbst warst, bist du plötzlich ebenfalls auf 180.
  • Dein Chef nörgelt an dir herum.
  • Dein Partner will unbedingt mit gemeinsamen Freunden aus gehen - obwohl du dich den ganzen Tag über auf einen ruhigen Couchabend gefreut hast.
  • Auto oder Fahrrad fahren – eigentlich schön und entspannt. Aufgrund manch anderer Verkehrsteilnehmer oftmals alles andere als das!
  • Von einer Freundin erfährst du, dass eine gemeinsame Bekannte hinter deinem Rücken über dich lästert.
  • Du schaust Nachrichten oder liest Tageszeitung und fragst dich mal wieder, was zur Hölle nochmal alles auf dieser Welt passieren muss?
  • Zeitdruck der in Chaos endet – egal ob es sich um deinen, oder den anderer Personen aus deinem Umfeld handelt.

Doch auch andersrum wird ein Stiefel draus. Wie oft...

  • gibst du denn positive Stimmungen weiter,
  • sagst deinen Lieben, wie wichtig sie dir sind,
  • beschenkst deine Freunde ohne Anlass,
  • machst einen Ausflug mit deiner Mama obwohl nicht Muttertag ist,
  • schreibst deinem Schatz eine Karte ohne Jahrestag,
  • lächelst du fremde Menschen an,
  • verbringst einen Frauenabend an dem ihr nichts, außer eure einmalige Freundschaft feiert,
  • schaust du im Aufzug anderen in die Augen und nicht weg,
  • dankst du deinen Eltern dafür, dass du auf dieser Welt sein darfst,
  • bist du ehrenamtlich tätig,
  • hast du deine beste Freundin schon in den Arm genommen? 


auf Hof Butenland, von Claudi fotografiert
Warum sind nicht-menschliche Tiere die Schlaueren?

Es versteht sich von selbst, dass alle Lebewesen sich nur dann voll entfalten können, wenn es ihnen möglich ist, sich frei zu bewegen. Darunter verstehe ich nicht die Tierhaltung im Sinne von „Ich esse ja nur Bio-Fleisch“ oder „Ich kaufe ausschließlich Bio-Milch“! Wirklich „artgerecht“ bedeutet im Falle einer Kuh beispielsweise unter anderem, dass sie 13 Kilometer am Tag zurück legen, zwischen Stall und Weide wählen, sich reinigen und auf sauberem Stroh liegen kann.


auf Hof Butenland, von Claudi fotografiert
Auf Hof Butenland, im Kuhaltersheim, ist all dies gegeben und so konnte ich erneut beobachten, wie einfach so ein nicht-menschliches Tierleben sein kann - und wie (teilweise) bescheuert wir Menschen im Vergleich sind.
Auf der emotionalen Ebene sind Tiere unsereins meiner Meinung nach weit voraus.
Hast du schon mal ein schlecht gelauntes Huhn erlebt?
Oder kannst du dich daran erinnern einmal beobachtet zu haben, wie Hunde statt miteinander zu spielen am Rand einer Wiese stehen und über andere Hunde lästern?
Wenn sie sich nicht mögen keifen sie sich an, bis einer nach gibt. Danach herrscht Ruhe. Wenn sie sich hingegen gut leiden können wird liebkost und der ganze Tag gemeinsam verbracht.
Es wird zusammen gegessen, spaziert und sich an der Sonne erfreut.
So sollte das Leben sein!

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Tiere einen schlechten Tag haben oder gegenrechnen. Allein der Ausdruck „schlechter Tag“ sagt schon alles – ich mag wetten, dass eine Kuh der anderen nicht über einen ganzen Tag hinweg böse ist, weil sie ihr einen Heuhalm weggeschnappt hat! Bei uns Menschen hängt ein Moment lange nach. Wir machen uns Gedanken und warten, dass der andere wieder besser gelaunt ist oder sich entschuldigt.

auf Hof Butenland, von Claudi fotografiert
Lediglich ein Streitpunkt ist mir auf Butenland immer wieder aufgefallen: Futterneid. Aber den gibt es unter uns Menschen ja auch :-)
Freundschaften und ganze Cliquen werden geschlossen, klar gibt es auch einen Boss.
Auf Hof Butenland gibt es auch eine Polizei. Die hat eine Federgewand, blaue Augen und heißt Hope. Der Türsteher gleicht einem Eisbär und heißt Kylie. Der Hofstaat wird von Prinz Lui angeführt.
Alles ist geregelt – aber auf einer friedlichen Art und Weise.
An genau dieser könnten sich manche Menschen eine große Scheibe abschneiden!
Und unabhängig davon endlich aufhören, unsere wunderbaren Freunde als „Vieh“ zu bezeichnen und anfangen umzudenken.


auf Hof Butenland, von Claudi fotografiert


Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Kommentare:

  1. Mhmmm.... das ist ein wunderbarer Post, danke!! Ich versuche selber so oft wie möglich gute Laune weiterzugeben, und sei es nur mit einem Lächeln. Das funktioniert tatsächlich, der Tag wird schöner und heller, und natürlich nicht nur für einen selber :-)

    Beste Grüße,

    Kivi

    AntwortenLöschen
  2. wunderschöne Gedanken und wunderschöne Bilder..
    ja, oft guckt man in einen Spiegel der einem nicht gefällt, aber was nützt es schon wenn man versucht den Spiegel zu ändern, oder? Man kann nur sich selbst ändern. Alles Liebe!

    AntwortenLöschen
  3. Sehr interessante Sichweise über die ich in letzter Zeit zufällig auch häufig nachgedacht habe. Danke fürs Teilen!

    LG,

    Nini

    AntwortenLöschen
  4. sehr sehr schöner Artikel, liebe Claudi! Ich bin ganz gerührt und werde heute mit einem Lächeln durch den Tag gehen :-) Danke Dir und danke an Frau Momo für diese tolle Idee und die Umsetzung! LG Steffi

    AntwortenLöschen
  5. Es freut mich, dass euch mein Beitrag so gut gefällt :-)

    Herzliche Grüße,
    die Claudi

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Claudi!
    Danke für diesen Beitrag!
    Er hilft mir gerade sehr, da ich eine sehr anstrengende verbitterte Arbeitskollegin habe, die mir so manches Mal meinen Arbeitstag zur Hölle macht...

    Ich will mir ihren Frust aber nicht mehr annehmen, diese neg. Energie tut echt nicht gut...

    Du hast Recht, ich habe bei meinem Kater noch nie einen schlechten Tag erlebt ! Er geht zufrieden und ausgeglichen durch den Tag, kann unendlich viel Gefühl zeigen, ist mir nie böse, wenn ich ihn mal verscheuche, weil er mir beim Lesen im Bett die Sicht auf die Buchseiten versperrt...er macht sich keinen Streß. Da müßte ich mir mal eine Scheibe abschneiden, wo ich doch meist viel zu viel grübel und gedanklich zerpflücke anstatt einfach zu leben..

    Du hast das echt toll geschrieben!
    Viele liebe Grüße und einen schönen Urlaub!

    (P.S. Liebe Momo, danke für die tolle Idee mit dem Kalender und auch an Dich viele sonnige Grüße aus Hamburg!)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, liebe Nina. Du bist doch schon dabei umzudenken, sonst würde dir das gar nicht so positiv auffallen.:) Nur Geduld - ähm, wem sag ich das grad eigentlich?!? :D
      @ Steffi: ♥
      @ Claudi: Tut er! :)Ich wünsche dir, dass du deinen Urlaub dennoch genießen kannst - trotz der Katastrophenmeldungen, was die Deggendorfer Tiere angeht!(http://claudigoesvegan.blogspot.de/2013/06/flutkatastrophe-die-tiere-in-deggendorf.html)

      Sonnige Grüße,
      Frau Momo

      Löschen
    2. Guten Morgen Nina,

      Danke für deine lieben Worte.
      Und glaube mir:
      Einige der aufgeführten "Menschen-Probleme" stehen da nicht grundlos. ;-)

      Herzliche Grüße,
      die Claudi

      Löschen
  7. Hallo,

    ein wirklich spannendes und sehr weitreichendes Thema, was du da ansprichst. In diesem Zusammenhang könnte folgender Link vielleicht für den ein oder anderen noch interessant sein:

    http://www.urbanmonk.net/85/the-elusive-key-to-emotional-mastery-is-it-really-that-simple/

    Allen einen schönen Tag!

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...