Sonntag, 9. Juni 2013

4. Junikalender-Türchen: "Achtsamkeit"


Wo habe ich Darja und ihren wunderschönen Blog Lesen. Hören. Staunen entdeckt? Ich weiß es gar nicht mehr wirklich. Irgendwo habe ich einmal einen Kommentar von ihr gelesen, fand ihn interessant und habe auf das Profil geklickt. So stieß ich auf ihren noch recht jungen Blog, der sich Besprechungen widmet - sowohl von Büchern, als auch von CD`s und DVD´s. Bislang geht es hier vorrangig um das Genre Spiritualit, was mich natürlich sehr freut!  Noch mehr freut mich aber die Qualität der Rezensionen. Darja macht sich da wirklich sehr viel Mühe und liefert zuweilen sogar das eine oder andere Interview mit dem Autoren. Sie hat sie es geschafft, mich für Mayas Kundalini-DVD zu begeistern und bereichert immer wieder - teils Freude, teils "Leid" - meine Wunschliste! :) Wie oft bin ich mir unsicher, ob ein Buch/ eine DVD zu mir soll. Natürlich nimmt Einem die Rezension noch keine Kaufentscheidung ab, aber sie kann doch sehr hilfreich sein. Heute geht es in ihrem Beitrag nicht um eine Rezension, sondern eben um Achtsamkeit. Danke schön für diesen wunderschönen Artikel, liebe Darja!
 
Logo: Darja
Lesen.Hören.Staunen ist ein Projekt, das ich Anfang dieses Jahres startete. Nach über 10 Jahren, in denen ich über 250 Rezensionen für amazon geschrieben habe, entschied ich mich im Januar dazu mich von diesem Unternehmen zu lösen. Das hatte weniger etwas mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen des Unternehmens zu tun, die Wochen später an die Öffentlichkeit kamen und von denen ich schon länger wusste, viel mehr wollte ich mich neu erfinden. Einen neuen Weg einschlagen. Momentan ist zwar nichts los auf dem Blog, aber ich habe noch einige Projekte in petto bzw. in Planung. Wenn mein Kopf wieder frei ist werde ich hoffentlich noch viele Bücher lesen, die jeweiligen Autoren dazu befragen und euch dann von meinen Eindrücken berichten. Frau Momo lernte ich übrigens ebenfalls über meinen Blog kennen. Irgendwie hatte sie sich bei mir verlaufen. Als sie mich vor ein paar Wochen fragte, ob ich bereit wäre einen Gastbeitrag für sie und ihren Blog zu schreiben, war ich natürlich sofort dabei. Ich bin wirklich gespannt auf den Junikalender und freue mich dabei zu sein. Namasté, Darja Baumtochter

Achtsamkeit       
Lange Zeit dachte ich bei diesem Thema immer an durchgedrehte Esoteriker, die in von Räucherstäbchen geschwängerter Luft albern grinsend ihre Umgebung wahrnehmen. Oder an Menschen mit Heiligenschein, die völlig in sich ruhen und denen ein Wutanfall wahrscheinlich nur aus einem Buch bekannt ist.

Anfang 2012 aber änderte ich meine Meinung zum Thema Achtsamkeit.
Es war ein kühler Frühlingsmorgen, einer der ersten des Jahres, an dem man bereits mit Strickjacke rausgehen konnte. In der Straßenbahn war ein furchtbares Getümmel. Kinder kreischten, coole Jugendliche werteten das Wochenende aus, eine Mutter versuchte mit „Gudschi gudschi guuuuu“ ihr Baby zu besänftigen, das die Aufmerksamkeit aller Straßenbahnreisender mit seinem unfassbar lautem Gekreische auf sich lenkte. Als wir endlich an meiner Haltestelle waren, schickte ich ein Stoßgebet gen Himmel und bedankte mich, dass diese morgendliche Folter nun endlich vorbei war. Ich stieg aus und da war sie – die Magie des Morgens. Sie zog sich durch die ganze Stadt und ergriff jeden, der bereit war sie anzuerkennen. Ich hörte die Vögel zwitschern, die Sonne ging auf, in der Stadt war eine magische Stille. Der Morgen übte auf mich schon immer eine gewisse Faszination aus. Die Energien des Tages sind noch rein, unverbraucht, leicht, beschwingt. Am Morgen, wenn die Sonne scheint, der Tag erwacht, spüre ich die Heiligkeit dieser Erde besonders stark.
Das war mein 1. bewusstes Erlebnis mit Achtsamkeit. „Es ist gerade morgens um 7 Uhr und es ist hell! Der Himmel ist blau, lila und rosa. Vögel singen, meckern, spielen. 2 Raben kreischen und wirbeln durch die Luft. Glocken läuten. Der Tag erwacht!“ tippte ich mir damals, auf dem Weg zur Arbeit, rasch ins Handy. Dieser Moment, dieser Morgen, der so nervtötend anfing, änderte mein Leben auf unsagbare Weise.


Bild: Darja
Heute lebe ich das Thema Achtsamkeit. Mit positiven Affirmationen nach Louise L. Hay begehe ich jeden Morgen mein Klangschalenritual. Um den Tag zu begrüßen, um dem Guten in meinem Leben Aufmerksamkeit zu schenken. Thich Nath Hanh sagte einmal „Jeden Morgen beim Aufwachen haben wir vierundzwanzig brandneue Stunden zu leben. Ein köstliches Geschenk!“ – dieser Satz hat mich tief im Inneren geprägt. Um das Leben zu feiern, zu ehren und bewusst zu er-leben, habe ich mir vor ein paar Monaten angewöhnt eben jenes Klangschalenritual durchzuführen. Ich möchte ganz bewusst in den Tag starten. Auch wenn man morgens nach dem Aufstehen vielleicht noch sehr müde ist – man sollte eben da gleich seinen Fokus auf das Gute in seinem Leben richten.

Wenn ich xy hätte, dann wäre ich wirklich glücklich!“ Wie oft hören wir das von anderen Menschen? Es ist zwar gut sich immer wieder neue Ziele zu setzen, aber ich möchte mein Lebensglück nicht immer auf später verschieben und schon gar nicht nur nach materiellen Dingen ausrichten! Wenn wir einmal achtsam unseren Alltag durchforsten, können wir uns die Frage stellen: Für was bin ich dankbar? Für die Arbeit, bei der ich das Geld verdiene, das mir ein schönes Leben ermöglicht? Dafür, gesund zu sein? Einen lieben Partner zu haben? Für Freunde, die mir stets zur Seite stehen? Dafür, dass der Kühlschrank voll ist? Dass die Sonne scheint, die Vögel draußen vor dem Fenster den neuen Tag besingen? Und dafür, dass ich jeden Tag neue Begegnungen mit Menschen habe, die mich inspirieren, glücklich, traurig oder auch wütend machen.
Viele neigen dazu immer das Schlechte in ihrem Leben zu sehen:
„Heute muss ich bis 20:30 Uhr arbeiten!“,“Meine Arbeitszeiten nehmen mir all meine Freizeit!“, „Meine Kollegen nerven mich!“ usw. Ich wurde einmal Zeugin eines Streitgesprächs, bei dem es darum ging, welcher der 2 beteiligten Personen schlechter dran wäre, wer unfairer behandelt wurde. Ein Satz lautete: „Dir geht’s schlecht, aber mir erst! Du machst dir kein Bild!...“
Wir sagen zwar „Danke“ wenn wir etwas bekommen. Aber erfüllt dieses Wort dann auch den Sinn und Zweck von Dankbarkeit?
Soviel von dem, was unseren Alltag ausmacht, nehmen wir als selbstverständlich hin. Die Spülmaschine, unser Auto, unsere Gesundheit, die Waschmaschine, unser weiches Sofa, unser Bett, das uns Geborgenheit und Entspannung schenkt. Die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen.
Aber wer einmal genau in sich hinein hört, der weiß, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.
Wenn ich meine Spülmaschine anstelle, dann sage ich „Danke, meine Kleine, dass du mir hilfst den Haushalt zu bewältigen!“ Ich danke dem Fahrstuhl, der mich sicher nach unten ins Erdgeschoss bringt. Ich danke meinem Körper, weil er mich durch mein wundervolles Leben trägt, weil er immer weiß, was zu tun ist und weil er trotz der „Folteressgewohnheiten“ in meiner frühen Jugend all dies verzeihen konnte und gesund und so schön ist.
Auch ist mir aufgefallen, dass wir gerade beim Essen ziemlich häufig abgelenkt sind und uns gar nicht bewusst machen, was wir unserem Körper zuführen. Dabei ist doch gerade die Nahrung ein wichtiger Aspekt, um am Leben und glücklich zu bleiben! Ich habe mich von meiner „Ich stopfe nebenher alles in mich rein“-Philosophie gelöst. Ich segne fast alles, was ich später esse. Ich danke dem, was mir als Nahrung dient. Ich danke der Erde, die diese wunderbaren Lebensmittel hervorgebracht hat, um mich zu ernähren. Ich konzentriere mich auf mein Essen. Einen Joghurt konnte ich noch vor einem Jahr innerhalb von 20 Sekunden in mich reinfuttern. Nun genieße ich jeden Löffel, schlucke auch nicht gleich runter, sondern erschmecke, was sich darin verbirgt. Manchmal esse ich eine halbe Stunde an einem Joghurt, mit Pausen, in denen ich mich auf etwas anderen konzentrieren muss oder möchte.
Achtsamkeit erfüllt mein Leben“ und „Dankbarkeit erfüllt mein Leben“ sind Mantras, die ich jeden Tag mehrmals nutze. Im Besonderen dann, wenn ich mal doch genervt bin von meinen Mitmenschen.
Gerade heute, dieser Tag, dieser Moment ist ein Geschenk. Wir alle wissen nicht, wann unsere wunderbare Lebensreise zu Ende ist. Wer achtsamer und dankbarer durch’s Leben geht, der ist nicht nur glücklicher, sondern hat dank dieses Glücks auch viel mehr von seinem Leben. Weil er alles als Geschenk annimmt und sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreut.

Und so erfüllen Dankbarkeit und Achtsamkeit mein Leben.
Vielen Dank für dieses wunderbare Leben. Es ist meins - mein Leben ganz allein! Ich kann bestimmen, wo die Reise hin geht. Danke dafür!


Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Kommentare:

  1. Wunderschön! Theoretisch mache ich das auch: Das achten, ehren und danken. Wird Zeit, es auch endlich wieder praktisch zu tun.
    Danke für's Anstupsen. Nina

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  2. Danke für deine Worte. Ich stehe noch sehr am Anfang diesen Weges :-). Aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.... Liebe Grüße, Annette

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  3. Ein sehr berührender Beitrag. Vielen Dank.

    Liebe Grüße Juliane

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  4. Liebe Darja,
    vielen Dank für den wunderschönen Artikel!
    Er hat mich sehr inspiriert und gerade eben sitze ich in der Sonne, höre die Vögel zwitschern und spüre die Energie dieses herrlichen Morgens - heute dank deines Artikels noch viel intensiver als sonst :-)
    Werde jetzt öfters auf deinem Blog vorbeischauen, den ich noch gar nicht kannt
    Liebe Grüße
    Steffi

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  5. DANKE für diesen unglaublich berührenden Artikel. Viel zu oft vergesse ich im Alltag, all das zu berücksichtigen. Ich sollte viel mehr Achtamkeit an den Tag legen, danke für die Inspiration.

    Liebe Grüße
    Gourmande

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  6. Auch hier.... Danke! Wunderschön geschrieben!

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  7. Ich freu mich so, dass euch allen Darjas Beitrag so gut gefällt! :)
    @ Flauschglitzerwelt: Herzlich willkommen hier!♥

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  8. Das Leben IST ein Geschenk und ein Wunder. Alles darin. Auch das was uns nicht gefällt. Schön, dass Du dies auch wahrnimmst.
    Das Klangschalenritual ist ein sehr schönes!

    GlückReiche Grüsse

    Michaela

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  9. Ein sehr schöner Artikel. toll, toll. Inspiriert!
    Danke schön

    Silja

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  10. ich habe keine spülmaschine, und ich erzähle immer allen leuten wie glücklich sie sein müssen, weil sie eine haben ^^

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    1. :D Seh ich auch so. Meine ist leider verschieden und hat ein Riesenloch hinterlassen! ;)

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