Dienstag, 28. Februar 2017

Ghee - das flüssige Gold des Ayurveda (inkl. Tutorial)

 
Schon mein Vater, seines Zeichens Koch, hat früher mit geklärter Butter in der Küche gearbeitet, wenn ich auch nicht sicher bin, ob seine Herstellungsweise der im Ayurveda gleich kam. ;) Seit einiger Zeit verwende ich selber sehr gerne Ghee. Abgesehen vom tollen Geschmack hat es einige Vorzüge, zu denen ich gleich kommen werde. Da Ghee im Handel sehr teuer ist, wollte ich mich einmal selbst in der Zubereitung versuchen. Die Herstellung ist grundsätzlich sehr einfach, solange man immer ein Auge auf das ayurvedische Gold hat, während es köchelt. Es lohnt sich, direkt eine größere Menge herzustellen, denn Ghee ist im Gegensatz zu Butter beinah unbegrenzt haltbar, solange das Arbeitsmaterial steril ist und man auch bei der Entnahme Hygiene walten lässt. Die verschiedenen Autoren, die ich befleißigt habe, geben unterschiedliche Zeiten an, die es braucht, bis das Ghee fertig ist. Ich nehme an, dass das auch an voneinander abweichenden Buttersorten liegt: Orientiert euch etwa an 40-60 Minuten  pro kg (bei 500g entsprechend 20-30 Minuten usw.), aber letztlich muss euch euer Auge beraten: Wenn es fertig ist, ist es golden und klar, so dass man den Topfboden gut erkennen kann. Angebranntes Ghee dagegen weist eine bräunliche Farbe auf und riecht dezent nussig.
Der Rauchpunkt liegt durch die Reinheit des Fettes bei 205°C. Geklärte Butter lässt sich also wesentlich stärker erhitzen wie unraffinierte Öle und eignet sich sogar zum Braten und Frittieren. 


Inhaltsstoffe: 
  • Ghee besteht aus bis zu 99,5 Gramm Fett (auf 100g).
  • Es enthält 29 Prozent einfache und 4,6 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für den Körper leichter verwertbar sind und ihm bei der Regeneration und Zellreparatur helfen
  • reich an fettlöslichen Vitamine wie A, D und E 
  • Werden diese Vitamine durch andere Nahrungsmittel zugeführt, verhilft geklärte Butter zur besseren Aufschließung dieser Inhaltsstoffe. 
  • reich an Carotin und Mineralstoffen wie Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen 
  • bis auf eventuelle Spuren frei von Laktose, Milchzucker und -eiweiß -> meistens gut verträglich bei entsprechenden Allergien/ Unverträglichkeiten

Gesundheitliche Wirkung von Ghee:

Seit dem Altertum werden dem goldenen Elixier heilende Eigenschaften zugeschrieben. Hier sind nur einige Wirkungen, die ihm nachgesagt werden:
  • verstärkt die natürlichen Eigenschaften von Heilpflanzen
  • äußerlich angewandt:
    • guten Einfluss auf Psoriasis und Hauterkrankungen
    • pflegend bei rauer, trockener Haut und Hornhaut am Fuß
    • kühlend bei Narben und Verbrennungen
    • lindernd bei Augenerkrankungen
    • Reflexzonenmassage: die Funktionen der entsprechenden Körperzonen werden angeregt oder beruhigt. 
  • Öl-Ziehen: 
    • Linderung von Zahnfleischerkrankungen 
    • Reduktion von Kariesbakterien
  • innere Einnahme:
    • entzündungshemmend (etwa bei Dolitis, Morbus Chron)
    • leicht verdaulich (-> gut für den Darm und die Verdauung)
    • stärkt das Immunsystem
    • bindet freie Radikale, die für Alterungsprozesse und Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose und Diabetes mellitus verantwortlich gemacht werden. 
    • bindet fettlösliche über Nahrung und Umwelteinflüsse aufgenommene Giftstoffe (= Toxine)/ Schadstoffe, so dass diese schnell wieder ausgeschieden werden können
    • gute Verträglichkeit bei Leber- und Gallenerkrankungen
    • ausgleichend auf alle Doshas (bei Kapha und erhöhtem Cholesterinspiegel: in Maßen genossen)
    • positive Wirkung auf das Gedächtnis
    • senkt den Cholesterinspiegel
Genug erzählt. Du willst nun sicher wissen, wie du Ghee einfach selbst herstellen kannst?! Bitte sehr!

Rezept zur Herstellung von Ghee
    Du brauchst:
    • 1 Topf
    • 1 Holzrührlöffel
    • 500 – 1000g Biobutter (ungesalzen)   
    • 1 Teefilter aus Baumwolle (papierne Filter reißen sehr leicht)/ Nussbeutel oder 1 mit Küchenpapier ausgelegtes Küchensieb, besser:
    • ausgekochte Gläser zum Aufbewahren



    Zubereitung:
      • Setze den Topf bei nicht zu großer Hitze auf den Herd, gib die komplette Butter hinein und lass diese sanft schmelzen. Lasse die Butter dann ohne Deckel bei niedrigster Hitze köcheln.

      • Kontrolliere regelmäßig, dass es leicht blubbert. So verdunsten die wässrigen Anteile, und die Milcheiweißbestandteile können sich absetzen. Rühre immer wieder gut um, damit nichts ansetzt oder anbrennt, denn dann müsstest du alles wegschmeißen. Also bitte unbedingt "topfnah" bleiben. Zwischendurch immer wieder den Topf vom Herd nehmen und etwa eine Minute ruhen lassen. 
      • Meiner Erfahrung nach braucht das etwa 40-60 Minuten bei 1kg (bei 500g entsprechend 20-30 Minuten): Das fertige Ghee ist golden und klar, so dass man den Topfboden gut erkennen kann.

      • Etwas abkühlen lassen und den verbliebenen Schaum abschöpfen. 
      • Gieße das reine, goldene Ghee in peinlich sauber ausgespülte trockene Gläser durch einen Teefilter. Nach dem Abkühlen verschließen und an einem dunklen, trockenen Ort (bitte nicht im Kühlschrank) aufbewahren.

      Ihr habt somit nicht nur ein tolles Lebensmittel für eure Küche, sondern auch ein schönes Mitbringsel. Viel Spaß beim Nachmachen wünscht euch Frau Momo 

        Quellen:
        GheeButter.de
        SimDosha.de
        Sandra Hartmann: Der Schatz des Ayurveda 
        Harsha Gramminger: New Age Ayurveda. Mein Kochbuch

        Keine Kommentare:

        Kommentar veröffentlichen

        LinkWithin

        Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...